Logo + Home
 
   BQS Online    BQS Outcome    BQS Qualitätsindikatoren Datenbank

Qualitätsziel

Oft eine angemessene Indikation anhand der klinischen Symptomatik,  der röntgenologischen Kriterien oder Entzündungszeichen

Hintergrund des Qualitätsindikators

Die Erstimplantation einer Hüft-Endoprothese bei Verschleiß des Hüftgelenks (Koxarthrose) verbessert die Lebensqualität der betroffenen Patienten deutlich. Ebenso kann bei einer Prothesenlockerung ein Prothesenwechsel zu Schmerzreduktion und zu besserer Beweglichkeit und Gehfähigkeit führen.

Ursachen der Implantatlockerung können ein Knochensubstanzverlust im Prothesenlager, Ausbleiben des knöchernen Einheilens (Osteointegration) bei zementfreien Prothesen, akute oder chronische Infektion des Prothesenlagers, eine traumatisch bedingte periprothetische Fraktur oder das Auftreten anderer implantat- oder implantationsspezifischer Probleme sein.

Der BQS-Qualitätsindikator zur Indikationsstellung bei Hüftgelenkendoprothesenwechsel kombiniert klinische Kriterien (z.B. Schmerzen) mit objektivierbaren Kriterien wie Entzündungszeichen und Röntgenzeichen der Prothesenlockerung. In der Regel sollte eine Kombination von beiden Kriterien vorliegen, bevor das Operationsrisiko eines Wechseleingriffs eingegangen wird. Da kein absoluter Referenzbereich für diese Indikationskriterien gefordert werden kann, kommt die 5%-Perzentile zur Anwendung.

Bewertung

Die Gesamtrate von Fällen mit erfüllten Indikationskriterien ist mit 87,25% gegenüber dem Vorjahr (88,04%) leicht gesunken.

Am unteren Ende der Spannweite der Krankenhausergebnisse (57,7 bis 100%) steht ein Krankenhaus, bei dem nur in 57,7% ein Indikationskriterium gegeben ist.

Die BQS-Fachgruppe Orthopädie und Unfallchirurgie kann sich das Ausmaß der nicht dokumentierten Indikationskriterien bei Hüftgelenkendoprothesenwechseln nicht erklären. Die Krankenhäuser sollten im Strukturierten Dialog direkt befragt werden, nach welchen Indikationskriterien sie vorgehen. Die BQS-Fachgruppe diskutiert die Einführung von fixen Referenzbereichen in den Folgejahren, da im Erfassungsjahr 2005 durch die 5%-Perzentile lediglich Krankenhäuser mit einer Indikationsrate von < 70,6% auffällig wurden.

Im Strukturierten Dialog 2005 auf der Basis der Daten des Erfassungsjahres 2004 war allerdings keines der 5 von den Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung angeschriebenen Krankenhäuser bei diesem Indikator letztendlich qualitativ auffällig.