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Qualitätsziel

Selten Endoprothesenluxation

Hintergrund des Qualitätsindikators

Die frühe Luxation (Ausrenkung) der endoprothetisch versorgten Hüfte ist eine schwerwiegende Komplikation. Sie ist schmerzhaft und verzögert den Heilungsverlauf.

Durch verlängerte Immobilisation besteht eine erhöhte Gefahr für das zusätzliche Auftreten von Komplikationen wie Thrombose, Lungenembolie oder Dekubitus. Luxationsfolgen können zu einer dauerhaften Beeinträchtigung des Patienten führen. Bei wiederholter Luxation kann ein Folgeeingriff erforderlich sein.

Studien (Mahomed et al. 2003, Saleh et al. 2003) belegen, dass bei Wechseleingriffen höhere Komplikationsraten beobachtet werden als bei Primäreingriffen. Dies gilt insbesondere für die Luxation. Ursächlich hierfür ist u.a. eine aufgrund ausgedehnter Präparation geschwächte Weichteilführung des Hüftgelenkes.

Bewertung

Die Gesamtrate von 2,81% liegt auf vergleichbar gutem Niveau wie im Vorjahr (2,72%). Die Luxationsgefahr ist nach Hüftprothesenwechseln ungleich höher als bei Ersteingriffen (2005: 0,79%). Dass in der Literatur z.T. deutlich höhere Luxationsraten genannt werden (z.B. 7,78% in der Metaanalyse von Saleh et al. 2003 ), dürfte u.a. an den unterschiedlichen Nachbeobachtungszeiträumen liegen.

Die Spannweite der Krankenhausergebnisse reicht im Erfassungsjahr 2005 von 0 bis 17,4%. In dem Krankenhaus mit der höchsten Rate sind bei 23 operierten Fällen vier Endoprothesenluxationen aufgetreten.

Im Strukturierten Dialog 2005 auf der Basis der Daten des Erfassungsjahres 2004 wurde von den Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung kein Krankenhaus bei diesem Indikator letztendlich als auffällig eingestuft.

Aus der Stellungnahme eines Krankenhauses war zu entnehmen, dass keine modularen Endoprothesenschafte verwendet wurden mit der Folge einer relativen Femurverkürzung und einer erhöhten Luxationsgefahr. Das Krankenhaus nahm seine auffällig hohe Luxationsrate zum Anlass, das Verfahren zu ändern und modulare Endoprothesensysteme mit Möglichkeit des Längenausgleichs einzuführen.