Qualitätsziel
Geringe Letalität
Hintergrund des Qualitätsindikators
Der Hüftgelenkendoprothesenwechsel stellt – sofern es sich nicht um einen fortschreitenden Infekt oder eine periprothetische Fraktur handelt – einen geplanten Eingriff bzw. einen Eingriff mit aufgeschobener Dringlichkeit dar, der die Lebensqualität des Patienten verbessern soll. Die Indikation zur Wechseloperation beinhaltet eine sorgfältige individuelle Risikoabschätzung. Eine geringe Letalität (Sterblichkeit) ist – unabhängig von bestehenden Begleiterkrankungen – zu fordern.
In einer großen Metaanalyse von Hüftgelenkendoprothesenwechseln wird eine Letalitätsrate von 2,3% errechnet (Saleh et al. 2003).
Bewertung
262 von 19.056 Patienten (1,37%) mit Hüftgelenkendoprothesenwechsel verstarben 2005. Nach Überzeugung der BQS-Fachgruppe ist jeder Todesfall zu analysieren (Sentinel-Event-Indikator). Die Rate eines Krankenhauses von 10% bezieht sich auf eine niedrige Grundgesamtheit (2 von 20 Fällen).
Die Gesamtrate im Erfassungsjahr 2005 (1,37%) stimmt in der Größenordnung mit der internationalen Literatur überein (z.B. Saleh et al. 2003 2,3%).
Im Strukturierten Dialog 2005 auf der Basis der Daten des Erfassungsjahres 2004 wurden 86 Krankenhäuser von den Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung wegen verstorbener Patienten angeschrieben. Nach Abschluss des Strukturierten Dialogs wurden qualitative Auffälligkeiten bei 11 Krankenhäusern identifiziert.
In den Stellungnahmen erläuterten viele Krankenhäuser in Einzelfalldarstellungen die Ursachen, die zum Tod der überwiegend alten bzw. multimorbiden Patienten geführt hatten. Dabei wurden vor allem kardiovaskuläre Erkrankungen wie Herzinfarkt, Lungenembolie sowie Pneumonien angegeben.