Qualitätsziel
Oft eine angemessene Indikation anhand der klinischen Symptomatik, röntgenologischer Kriterien oder Entzündungszeichen
Hintergrund des Qualitätsindikators
Implantatwechsel sind bei Implantatlockerung oder Instabilität, tiefem Infekt bzw. fortschreitender Verschleißerkrankung in den bisher nicht ersetzten Gelenkanteilen sowie bei erheblicher Funktionsbeeinträchtigung indiziert.
Die klinischen Leitsymptome der Prothesenlockerung sind in der Regel Schmerzen und Bewegungseinschränkung und oft auch eine Instabilität des betroffenen mit Prothese versorgten Kniegelenks. Schmerzen, Schwellung bzw. Gelenkerguss und Bewegungseinschränkungen sind unspezifische Symptome, die mit einer Implantatlockerung, aber auch mit einer Gelenkinfektion vergesellschaftet sein können.
Die Diagnose der Endoprothesenlockerung kann nur in gemeinsamer Beurteilung von klinischen und radiologischen Veränderungen gestellt werden.
Bewertung
In knapp 15% der Fälle wurde ein Knie-TEP-Wechsel vorgenommen, ohne dass gleichzeitig ein klinisches und ein röntgenologisches Indikationskriterium vorlagen. Aus den Rückmeldungen des Strukturierten Dialoges ist zu entnehmen, dass besondere Befundkonstellationen wie z.B. die Instabilität des Knies oder zweizeitige Wechsel im Datensatz nicht adäquat zu dokumentieren waren. Diese Dokumentationsprobleme können in einzelnen Fällen zutreffen, erklären aber nicht grundsätzlich niedrige Indikationsraten.
Im Strukturierten Dialog 2005 auf der Basis der Daten des Erfassungsjahres 2004 haben die Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung 16 Krankenhäuser angeschrieben, von denen letztendlich keines als qualitativ auffällig eingestuft wurde.