Qualitätsziel
Möglichst viele Eingriffe mit postoperativem Präparatröntgen nach präoperativer Markierung durch Mammographie
Hintergrund des Qualitätsindikators
Nicht tastbare, nur mammographisch nachweisbare, abklärungsbedürftige Gewebeläsionen erfordern weitere diagnostische Maßnahmen bis zum Vorliegen eines definitiven pathologischen Befundes. Diese Läsionen müssen präoperativ durch möglichst exakte Platzierung eines Markierungsdrahtes eindeutig lokalisiert werden. Bei radiologischer Markierung muss das exzidierte Gewebe unmittelbar nach seiner Entfernung geröntgt (Präparat-Radiographie) werden. Die Radiographie muss auch dem Pathologen zur Verfügung gestellt werden.
Bewertung
Dieser Indikator bildet innerhalb der Versorgungskette wichtige Schnittstellen zwischen dem Operateur, dem Radiologen und dem Pathologen ab. Ein interdisziplinäres, gut abgestimmtes Zusammenwirken gilt als wichtiges Merkmal einer optimalen Behandlung von Brustkrebs-Betroffenen.
Die BQS-Fachgruppe bewertet die Ergebnisse für diesen Indikator als unzureichend: Nur in 65,01% aller Fälle mit präoperativer Drahtmarkierung wurde postoperativ ein Präparatröntgen dokumentiert. Nur 80 von 332 Krankenhäusern mit mindestens 20 radiologisch gesteuerten Markierungen erreichten den Referenzbereich von mindestens 95%. Dabei haben sich die Ergebnisse zu diesem Indikator in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert (2003: 36,02%, 2004: 57,43%). Dies dürfte zum einen auf den Strukturierten Dialog und die Implementierung der deutschen Leitlinien zurückzuführen sein. Zum anderen hat die Vergangenheit gezeigt, dass niedrige Raten teilweise auf Missverständnisse der Abfrage im Datensatz zurückgeführt werden konnten. Eine Spezifizierung dieses Items ist für 2006 erfolgt.
Nebst Dokumentationsfehlern ergaben 227 Anfragen im Rahmen des Strukturierten Dialogs 2005 auf der Basis der Daten des Erfassungsjahres 2004 immerhin 54 Krankenhäuser mit qualitativen Mängeln. Konkret liegen der BQS-Fachgruppe Informationen vor, dass das Präparatröntgen in einzelnen Krankenhäusern tatsächlich unterblieb, z.B. aus Zeit- oder Kostengründen. Weiterhin gab ein Krankenhaus an, dass präoperativ nicht tastbare Befunde am Operationspräparat zu tasten waren und deshalb keine radiographische Kontrolle erfolgte. Diese Begründungen können nicht akzeptiert werden, da höhere Rezidivraten für die betroffenen Patientinnen zu erwarten sind (DiBiase et al. 1998, Meric et al. 2003, Obedian & Haffty 2000).
Die Ergebnisse der BQS-Bundesauswertung 2005 erfordern also eine konsequente Fortführung des Strukturierten Dialogs und eine flächendeckende Implementierung der nationalen S-3-Leitlinie (Schulz & Albert 2003).