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Qualitätsziel

Möglichst viele Patientinnen mit Angabe des Pathologen zum Sicherheitsabstand

Hintergrund des Qualitätsindikators

Der Sicherheitsabstand eines Mammakarzinoms zum Resektionsrand bei brusterhaltender Therapie (BET) ist von prognostischer Relevanz im Hinblick auf Rezidivraten. Dies gilt sowohl für invasive Karzinome (Veronesi et al. 1990a, Veronesi et al. 1990b, Veronesi et al. 1990c) als auch für das duktale In-situ-Karzinom (DCIS) (Silverstein et al. 1999, Silverstein 2002). Bei der Mastektomie liefert der Sicherheitsabstand Hinweise auf eine eventuell erforderliche Strahlentherapie.

Bewertung

Dieser Indikator bildet eine bei Brustkrebs wichtige Schnittstelle zwischen dem Operateur und dem Pathologen ab. In 83,19% der Fälle mit BET und in 73,80% der Fälle mit Mastektomie wurde ein Sicherheitsabstand dokumentiert. Nur 170 von 524 Krankenhäusern mit mindestens 20 BET und 73 von 403 Krankenhäusern mit mindestens 20 Mastektomien erreichten den leitlinienbasierten Referenzwert von 95%. In 2004 lagen die Raten bei 75,67% (BET) bzw. 63,49% (Mastektomie). In der nebenstehenden Abbildung werden die Ergebnisse bei BET dargestellt.

Im Rahmen des Strukturierten Dialogs 2005 auf der Basis der Daten des Erfassungsjahres 2004 wurden 279 Anfragen zu diesem Indikator gestellt. Als häufigste Ursachen wurden in 144 Fällen Dokumentationsprobleme, in 70 Fällen qualitative Auffälligkeiten und in 53 Fällen andere Organisationsprobleme angegeben. Konkret wurde in einzelnen Krankenhäusern der Resektionsrand mit „im Gesunden entfernt“, „Schnittrand nicht befallen“, „Sicherheitssaum ausreichend“ beschrieben. Diese Angaben sind nicht präzise, deshalb werden im BQS-Datensatz analog zu den S-3-Leitlinien (Kreienberg et al. 2004, Schulz & Albert 2003) die Sicherheitsabstände als metrische Größe abgefragt.

Auch bei Nachresektaten wurden die minimalen Sicherheitsabstände nicht immer dokumentiert. Da das Rezidivrisiko vom endgültigen Sicherheitsabstand (nach Abschluss aller Nachresektionen) abhängt, sollte dieser immer ermittelt werden. Seit 2006 wird der Sicherheitsabstand im BQS-Datensatz daher auch nicht mehr einzeln nach jeder Operation, sondern für die operierte Brust als abschließende Bewertung ermittelt.

Die Angaben der auffälligen Krankenhäuser deckten sich weitgehend mit einer Abfrage der BQS Anfang 2004 (BQS-Qualitätsreport 2004): Aufgrund der damaligen Information, dass der Sicherheitsabstand häufig bei Mastektomien nicht angegeben wurde, wurden die Daten in der BQS-Bundesauswertung 2005 im Hinblick auf die Fehleranalyse separat für Mastektomien und BET ausgewertet.

Die Anzahl der Anfragen zeigt, dass dieser BQS-Qualitätsindikator im Strukturierten Dialog 2005 auf der Basis der Daten des Erfassungsjahres 2004 viel beachtet wurde. Sowohl mit den Operateuren wie auch mit den Pathologen wurde der Dialog aufgenommen. Darüber hinaus sind Brustzentren über die Vorgaben der Zertifizierung zu einer engen Kooperation des gesamten Behandlungsteams gezwungen. Gemeinsam mit der Implementierung der S-3-Leitlinien konnte das Ergebnis für 2005 so bereits signifikant verbessert werden.

Die BQS-Fachgruppe empfiehlt dringend die Fortführung des Strukturierten Dialogs flächendeckend für alle Bundesländer, um trotz aller Fortschritte immer noch vorhandene Versorgungsdefizite möglichst schnell zu beheben.