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Qualitätsziel

Möglichst viele Patientinnen mit angemessenem zeitlichen Abstand zwischen prätherapeutischer histologischer Diagnose und Operationsdatum bei Ersteingriff

Hintergrund des Qualitätsindikators

In der Phase zwischen Diagnose und Beginn der operativen Behandlung ist die psychische Belastung der von Brustkrebs betroffenen Frauen besonders hoch. Diese werden mit einer fast immer als lebensbedrohlich empfundenen Diagnose konfrontiert. Wartezeiten auf den Therapiebeginn verstärken die psychische Beeinträchtigung. Allerdings ist Brustkrebs kein Notfall, betroffenen Frauen ist ausreichend Zeit einzuräumen, um sich über Behandlungskonzepte zu informieren und sich damit am Behandlungsprozess zu beteiligen. Zeitliche Verzögerungen können sowohl durch Ärzte und Patientinnen wie auch strukturell bedingt sein.

Bewertung

Die Zeitspanne zwischen Diagnose und Operation ist ein Qualitätsindikator, der eine der wichtigsten Schnittstellen innerhalb der Versorgungskette abbildet. In diesem Zeitraum findet der Übergang von der überwiegend ambulant durchgeführten Diagnostik zur meist unter stationären Bedingungen erfolgenden operativen Behandlung statt.

Im Bundesdurchschnitt lag der Median für Frauen ohne neoadjuvante Therapie für diese Zeitspanne bei 9 Tagen. Für einzelne Krankenhäuser schwankte der Median zwischen 1,0 und 33,0 Tagen. Bei Fehlen eines
evidenzbasierten Referenzbereiches hat die BQS-Fachgruppe den Referenzbereich – basierend auf der 10%- bzw. 95%-Perzentile – bei minimal 5,0 bis maximal 16,0 Tagen festgesetzt. Bei sehr kurzen Wartezeiten stellt sich die Frage, ob der Patientin ausreichend Bedenkzeit und die Möglichkeit einer Zweitmeinung eingeräumt wurden.

Im Verlauf der vergangenen drei Jahre nahm die Zeitspanne geringfügig zu (2003: 7 Tage, 2004: 8 Tage). Diese Entwicklung ist unkritisch, da sie innerhalb des Referenzbereiches liegt. Dennoch wird sie weiter verfolgt.

Bei 22 Anfragen zu diesem Indikator für das Erfassungsjahr 2004 durch die Landesgeschäftstellen für Qualitätssicherung ergaben sich nur für 5 Krankenhäuser qualitative Auffälligkeiten. In 8 Fällen wurden Dokumentationsprobleme angegeben, in weiteren 5 Fällen besondere Einzelfälle, belegt durch Epikrisen. Bemerkenswert ist, dass das Unterschreiten des unteren Referenzwertes in einer Arbeitsgruppe auf Landesebene positiv bewertet wurde. Insbesondere aus Sicht der Patientenvertreterinnen in den BQS-Fachgruppen ist ein Median von einem Tag jedoch nicht akzeptabel, weil davon auszugehen ist, dass dieser Zeitraum dem Informations- und Beteiligungsbedürfnis eines Großteils der Patientinnen nicht gerecht wird.