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Qualitätsziel

01_QI_01.gif Immer die erste Blutgasanalyse oder Pulsoxymetrie innerhalb von 8 Stunden nach der Aufnahme durchführen

Hintergrund des Qualitätsindikators

Eine Sauerstoffmangelversorgung ist einer der wichtigsten Indikatoren zur Erkennung einer schweren Pneumonie und erhöhter kurzfristiger Sterbewahrscheinlichkeit (Meehan et al. 1997, AMA 2006). Diese Bestimmung kann mittels Blutgasanalyse oder mittels Pulsoxymetrie (unblutige Ermittlung der Sauerstoffsättigung durch die Haut) durchgeführt werden und soll innerhalb der ersten 8 Stunden nach der Aufnahme vorgenommen werden (Mandel et al. 2003).

Bewertung

Da der Leistungsbereich Pneumonie im Jahr 2005 erstmals dokumentationspflichtig war, liegen erstmals bundesweite Daten über diagnostische Untersuchungen wie die Sauerstoffmessung im Blut vor. Bei 67,33% aller im Jahr 2005 mit einer Pneumonie im Krankenhaus aufgenommenen Patienten wurde innerhalb der ersten 8 Stunden eine Blutgasanalyse oder eine Pulsoxymetrie zur Messung des Sauerstoffgehaltes im Blut durchgeführt. Die Gesamtrate ist unerwartet niedrig und weist auf eine mögliche Fehlversorgung hin. Die sehr große Spannweite weist darauf hin, dass möglicherweise in einigen Krankenhäusern systematisch auf die Bestimmung der Sauerstoffsättigung nach Aufnahme verzichtet wird. Derzeit kann nicht differenziert werden, ob strukturelle Probleme, Prozessprobleme oder Dokumentationsprobleme in den auffälligen Krankenhäusern die Ursache für dieses Ergebnis sind.

Sowohl bei den Patienten, die erstmalig behandelt werden, als auch bei denen, die aus einem anderen Krankenhaus aufgenommen werden, ist die frühzeitige Einschätzung der Oxygenierung von entscheidender Bedeutung. Fine et al. (1997) haben durch Studien belegt, dass eine bestehende Hypoxie auch ohne weitere Risikofaktoren das Letalitätsrisiko erhöht. Aus diesem Grund sind in den internationalen Leitlinien (ATS 2001, BTS 2004, Mandell et al. 2003) die Durchführung der Blutgasanalyse bzw. Pulsoxymetrie als Aufnahmeuntersuchung zur Feststellung der Schwere der Pneumonie empfohlen.

Gerade im Hinblick auf die einfache und kostengünstige Möglichkeit der Pulsoxymetrie muss auf eine verbesserte Rate im nächsten Jahr hingearbeitet werden. Die BQS-Fachgruppe Pneumonie empfiehlt, im Strukturierten Dialog in den Bundesländern die Ursachen zu erforschen und auf Fachkongressen das Erfordernis des flächendeckenden und frühzeitigen Einsatzes dieser einfach durchführbaren diagnostischen Maßnahme zu unterstreichen.

In der deutschen S3-Leitlinie, die im Sommer 2005 veröffentlicht wurde, wird die Analyse der arteriellen oder kapillären Blutgase bzw. der Sauerstoffsättigung mit dem höchsten Empfehlungsgrad A als Standard-Diagnostik empfohlen. Bei konsequenter Anwendung dieser Leitlinie in den Krankenhäusern müssten für das Verfahrensjahr 2006 bessere Umsetzungsraten zu erwarten sein.