Qualitätsziel
Häufig antimikrobielle Therapie innerhalb der ersten 8 Stunden nach der Aufnahme
Hintergrund des Qualitätsindikators
Eine antimikrobielle Therapie sollte so früh wie möglich eingeleitet werden, da ein verzögerter Therapiebeginn (über 8 Stunden nach Aufnahme in das Krankenhaus) mit einer erhöhten Letalität einhergeht (Empfehlungsgrad B nach Höffken et al. 2005, ATS 2001, AMA 2006).
Bewertung
Für die Behandlung der Pneumonie spielt die antimikrobielle Therapie eine entscheidende Rolle. Aufgrund des hohen Letalitätsrisikos ist eine dem Erregerspektrum angepasste Behandlung mit den entsprechenden Antibiotika in schnellstmöglicher Zeit von entscheidender Bedeutung.
Laut der BQS-Bundesauswertung bekommen 87,81% der Patienten, die aus ihrer häuslichen Umgebung heraus mit einer ambulant erworbenen Pneumonie ins Krankenhaus aufgenommen werden, innerhalb von
8 Stunden eine antimikrobielle Therapie verabreicht. Dieses Ergebnis lässt auf eine gute Versorgungsqualität schließen. Da in einigen Fällen (z.B. bei palliativ behandelten Patienten) von einer antimikrobiellen Therapie abgesehen werden kann, bietet der Referenzbereich der 10%-Perzentile hier ausreichend Spielraum. Die Ergebnisse des Strukturierten Dialogs und der BQS-Bundesauswertung 2006 werden es der BQS-Fachgruppe Pneumonie voraussichtlich ermöglichen, die Festlegung eines zukünftigen Referenzbereichs auf eine andere Perzentile oder einen fixen Wert vorzunehmen.
Auch die Betrachtung der Ergebnisse in den unterschiedlichen Risikoklassen fällt einheitlich positiv aus. So liegen die Ergebnisse der Risikoklasse 1 bei 87,04%, der Risikoklasse 2 bei 87,61% und der Risikoklasse 3 bei 89,55% (vgl. Exkurs: ambulant erworbene Pneumonie).
Die Spannweite der einzelnen Krankenhaus-Ergebnisse liegt allerdings zwischen 4,6 und 100%. Diese Raten gelten ebenfalls für die Patienten, die nicht aus einem anderen Krankenhaus, sondern direkt aus ihrer häuslichen Umgebung aufgenommen wurden. Mit den Krankenhäusern, die sehr geringe Raten aufweisen, sollten im Strukturierten Dialog die Ursachen und Hintergründe geklärt werden, um nähere Informationen über die Versorgungssituation zu bekommen und eventuell bestehende Versorgungsmängel in einzelnen Krankenhäusern zu beseitigen.