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Qualitätsziel

Angemessene Dauer der maschinellen Beatmung

Hintergrund des Qualitätsindikators

Die maschinelle Beatmung ist ein Behandlungsverfahren, das sowohl bei zu großzügigem Einsatz als auch bei zu restriktivem Einsatz Schädigungen des Patienten verursachen kann (NGC 2001). Die Angemessenheit der Indikationsstellung zur maschinellen Beatmung ist beim einzelnen Patienten von vielen Einflussfaktoren abhängig.

Bewertung

Berücksichtigt wurden bei dieser Auswertung nur Patienten, die im Laufe des ersten Krankenhausaufenthaltes ausschließlich invasiv maschinell beatmet wurden. Das bedeutet, dass die Patienten, die aus einem anderen Krankenhaus aufgenommen oder bereits bei der Aufnahme invasiv maschinell beatmet wurden, für diesen BQS-Qualitätsindikator nicht berücksichtigt wurden. Bei der Betrachtung der BQS-Qualitätsindikatoren geht es um die Vergleichbarkeit der Versorgung der Krankenhäuser bei ähnlichen Patientenspektren. Bei einer gemeinsamen Betrachtung und Miteinbeziehung von Patienten, die bereits invasiv beatmet aus anderen Krankenhäusern aufgenommen worden sind, wären die unterschiedlichen Patientenklientele nicht berücksichtigt worden. Bei dieser Betrachtung hätten die Krankenhäuser der Maximalversorgung unter Umständen schlechter abgeschnitten, weil sie in größerem Ausmaß schwerstkranke Patienten zur Weiterbehandlung aus anderen Krankenhäusern aufnehmen.

Insgesamt wurden in den Krankenhäusern 2.407 Patienten der oben genannten Grundgesamtheit ausschließlich invasiv beatmet. Der Median der Beatmungsdauer bei diesen Patienten beträgt 110 Stunden.

In der Auswertung kann nicht differenziert werden, ob die Patienten aufgrund der Pneumonie oder anderer Erkrankungen beatmet wurden. Insgesamt ist die Gesamtrate der beatmeten Patienten deutlich geringer als erwartet. In der Grundgesamtheit aller beatmeten Patienten, wie auch in den einzelnen Risikoklassen der ausschließlich invasiv beatmeten Patienten, hatte kein Krankenhaus 20 oder mehr Patienten. Daher ist eine Bewertung des Gesamtergebnisses derzeit problematisch und der Krankenhausvergleich für diesen Indikator nicht möglich. Unklar ist auch, ob nicht einige Pneumoniefälle mit einer außergewöhnlich langen Beatmungsdauer nicht mit der Hauptdiagnose Pneumonie verschlüsselt und dadurch in der QS-Dokumentation nicht erfasst wurden.

Die Spannweite der Krankenhausergebnisse für die ausschließlich invasiv beatmeten Patienten ist in allen Risikoklassen sehr groß. Bei diesen auffällig langen Beatmungsdauern handelt es sich um Einzelfälle. Aufgrund der geringen Vergleichbarkeit der Krankenhausergebnisse hat sich die BQS-Fachgruppe Pneumonie entschieden, die Referenzbereiche für diesen BQS-Qualitätsindikator zu streichen, und empfiehlt, auf den Strukturierten Dialog mit den Krankenhäusern zu verzichten.

Für das Erfassungsjahr 2006 wird dieser BQS-Qualitätsindikator nicht mehr für den externen Krankenhausvergleich ausgewertet. Die Informationen zu den Beatmungsarten und -dauern sind allerdings hoch relevante Qualitätsaspekte und für das interne Qualitätsmanagement der Krankenhäuser sehr nützlich. Aus diesem Grund werden die entsprechenden Items im Datensatz belassen und die Ergebnisse zukünftig in der Basisauswertung abgebildet.