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Qualitätsziel

Immer vollständige Bestimmung der klinischen Stabilitätskriterien vor der Entlassung

Hintergrund des Qualitätsindikators

Patienten, die in klinisch stabilem Zustand aus der stationären Behandlung entlassen werden, weisen ein niedrigeres Letalitätsrisiko auf. Ebenfalls ist eine stationäre Wiederaufnahme seltener erforderlich, und diese Patienten erreichen häufiger das Aktivitätsniveau, das ihnen vor der Erkrankung möglich war (Halm et al. 1998, Halm et al. 2002, BTS 2004, Höffken et al. 2005). Die Bestimmung der sieben Stabilitätskriterien vor der Entlassung ist daher als unverzichtbarer diagnostischer Schritt anzusehen und der Referenzbereich dementsprechend bei 100% festgelegt worden.

Bewertung

Das Ergebnis des BQS-Qualitätsindikators „Bestimmung der klinischen Stabilitätskriterien“ liegt bei 44,45% – das heißt, dass nur bei 62.311 von 140.194 Patienten diese sieben Kriterien vor der Entlassung vollständig bestimmt wurden. Bei der Einzelbetrachtung der sieben Stabilitätskriterien sind deutliche Unterschiede zu erkennen: Der Status der Desorientierung und der stabilen Nahrungsaufnahme ist zu 100% bestimmt worden. Die Herzfrequenz, der Blutdruck und die Temperatur zwischen 95 und 97%. Die spontane Atemfrequenz ist jedoch nur bei 77% und die Sauerstoffsättigung sogar lediglich bei 49% der regulär entlassenen Patienten bestimmt worden. Laut den BQS-Ausfüllhinweisen zum Datensatz soll die Untersuchung möglichst zeitnah zum Entlassungstag erfolgen, sie muss jedoch nicht zwingend am Entlassungstag selbst vorgenommen werden.

An dieser Stelle ist zu berücksichtigen, dass auch in vielen Fällen die Atemfrequenz bei der Aufnahme nicht erhoben wurde. Diese klinische Untersuchung, die ohne apparative Geräte einfach und schnell durchgeführt werden kann, ist anscheinend aus dem Blickfeld der medizinischen und pflegerischen Versorgung geraten. Die BQS-Fachgruppe Pneumonie weist ausdrücklich auf die hohe Relevanz des unverzichtbaren klinischen Parameters der Atemfrequenz bei der Aufnahme und Entlassung eines Patienten hin.

Ob es sich bei diesem Ergebnis tatsächlich um problematische Versorgungsqualität oder um Probleme bei der Dokumentation handelt, muss geklärt werden. Hier ist der Strukturierte Dialog der Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung mit den Krankenhäusern gefragt.

Zudem ist es von Bedeutung, dass sich Krankenhäuser durch die Nichtbestimmung der Stabilitätskriterien der inhaltlichen Bewertung des nachfolgenden BQS-Qualitätsindikators „Klinische Stabilitätskriterien“ entziehen, mit dem beobachtet wird, ob Patienten in ausreichend stabilem klinischem Zustand entlassen werden.

Bei konsequenter Anwendung der deutschen S3-Leitlinie durch die Krankenhäuser ist für das Jahr 2006 ein besseres Ergebnis zu erwarten.