Qualitätsziel
Selten intra- oder postprozedurale Todesfälle
Hintergrund des Qualitätsindikators
Die Krankenhaussterblichkeit liegt in nationalen und internationalen Registern zwischen ca. 1 und 2%, wobei die Zahlen bei unterschiedlichen Patientenkollektiven und Nachbeobachtungszeiten erheblich differieren.
Das National Cardiovascular Data Registry (ACC-NCDR) der USA berichtet aus den Jahren 1998 bis 2000 eine Letalitätsrate von 1,4% (Anderson et al. 2002), eine große amerikanische Studie aus dem Zeitraum 1998 bis 2002 nennt eine nicht adjustierte Letalitätsrate der PTCA von 1,5% (Mack et al. 2004).
Das österreichische PTCA-Register (Mühlberger et al. 2006) weist 2004 eine Hospitalletalität von 0,93% aus, die sich zusammensetzt aus einer Letalität für elektive Eingriffe von 0,11% und für so genannte Primär-PTCA (bei Herzinfarkt) von 5,3%.
Im PTCA-Register der ALKK (Vogt et al. 2002) lag die Sterblichkeit durchgehend bei ca. 1%, auch die Sterblichkeit nach elektiver PCI lag zeitkonstant bei etwa 0,5 bis 0,7%.
Ausführliche Daten zu den Komplikationen bei PTCA im niedergelassenen Bereich in Deutschland bieten die Jahresberichte des Registers Qualitätssicherung in der Invasiv-Kardiologie QuIK (Levenson et al. 2003). Aus dem Jahr 2002 wurden 0,3% Todesfälle gemeldet.
Im BQS-Verfahren wird im Gegensatz zu den meisten Registern die Sterblichkeit nur bis 36 Stunden nach dem Eingriff erfasst.
Bewertung
Der Qualitätsindikator umfasst die Grundgesamtheiten „Koronarangiographien“, „PTCA“ und „Erst-Standard-PTCA“. Die BQS-Fachgruppe präsentiert hier das Ergebnis der BQS-Bundesauswertung 2005 für Todesfälle bei allen PTCA.
Die Zahl der gemeldeten Todesfälle bei PTCA ist in den letzten Jahren geringfügig gesunken und liegt 2005 bei 0,56%.
Die im BQS-Verfahren registrierten Todesraten sind mit den oben zitierten Registerzahlen (ca. 1 bis 2%) nur eingeschränkt vergleichbar, in erster Linie wegen des verkürzten Beobachtungszeitraums. Ab 2006 ist mit der Erfassung des Entlassungsmodus eine vollständigere Erfassung und damit bessere Vergleichbarkeit der Krankenhausgesamtsterblichkeit zu erwarten.
Im Strukturierten Dialog 2005 auf der Basis der Daten des Erfassungsjahrs 2004 wurde von 5 Krankenhäusern, die von den Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung angeschrieben wurden, letztendlich keines als qualitativ auffällig eingestuft.