Was ist Risikoadjustierung?
Ein einfacher Vergleich von Auswertungsergebnissen zwischen Krankenhäusern ohne Berücksichtigung der Einflussfaktoren würde zu Fehlschlüssen führen: Krankenhäuser mit Niedrigrisiko-Patienten würden besser bewertet als solche mit Hochrisiko-Patienten. Mit der Risikoadjustierung von Qualitätsindikatoren wird daher das Ziel verfolgt, bei der Berechnung von Qualitätsindikatoren den Einfluss von patientenindividuellen Risiken (Risikofaktoren wie z.B. Gesundheitszustand und Vorerkrankungen) und von unterschiedlichen Verteilungen dieser Risiken zwischen den Leistungserbringern (Patientenmix) zu berücksichtigen.
Ein fairer Vergleich, insbesondere von Ergebnisindikatoren, die im BQS-Verfahren für das Erfassungsjahr 2005 61% aller Qualitätsindikatoren (102 von 169 in den verpflichtenden Leistungsbereichen) repräsentieren, erfordert daher eine Adjustierung für die Risikosituation der Patienten. Durch die Risikoadjustierung werden Unterschiede zwischen den Krankenhäusern ausgeglichen (Iezzoni 2003, Ash et al. 2003, BQS 2005).
Qualitätsindikatoren können für sehr unterschiedliche Anwendungen in der Bewertung der Qualität der Leistungserbringung im Gesundheitswesen eingesetzt werden (Tabelle 1). Die Anforderungen an die Risikoadjustierung variieren dabei zwischen den Anwendungsfeldern.