Qualitätsziel
Geringe Letalität
Hintergrund des Qualitätsindikators
Bei der Sterblichkeitsrate handelt es sich um einen Ergebnisindikator mit besonderer Relevanz.
Die international publizierten Raten liegen zwischen 0,04 und 0,09% für die laparoskopische Cholezystektomie bzw. 0,53 und 0,74% für die offene Cholezystektomie (Hölbling et al. 1995, Ludwig et al. 2001, Shea et al. 1996).
Bei Patienten mit niedrigem und mittlerem Operationsrisiko (ASA 1 bis 3) soll jeder Todesfall einer Einzelfallanalyse unterzogen werden (Sentinel-Event-Indikator).
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005
Die Untersuchung der 331 Auffälligkeiten im Strukturierten Dialog für das Erhebungsjahr 2005 zeigt, dass ganz überwiegend (238-mal) besondere Einzelfälle als Begründung angegeben wurden. Ein besonderes Patienten- und Therapiespektrum wurde 20-mal als Begründung angeführt. In 31 Fällen wurden Dokumentationsprobleme geltend gemacht.
In vier Fällen wurde von den Arbeitsgruppen auf der Landesebene eine qualitative Auffälligkeit festgestellt.
Bewertung der Ergebnisse 2006
Die Letalität wird getrennt für Patienten mit niedrigem Risiko (guter bis mäßiger Allgemeinzustand, ASA 1 bis 3) und für Patienten mit erhöhtem Risiko (ASA 4 bis 5) berechnet. Für die erste Gruppe ist der Referenzbereich als Sentinel Event definiert, d.h. dass jeder einzelne Todesfall bei Patienten mit präoperativ niedrigerem Operations- und Narkoserisiko eingehend analysiert werden soll. Hier liegt die Gesamtrate bei 0,35%. Dieses Ergebnis wird von der BQS-Fachgruppe Viszeralchirurgie als insgesamt gute Versorgungssituation gewertet. Die zweite Gruppe besteht aus schwer- und schwerstkranken Patienten, daher ist hier kein Referenzbereich definiert. Die Gesamtrate liegt bei ihnen bei 17,87%.
Beim Vergleich der BQS-Ergebnisse mit Ergebnissen aus der Literatur ist zu berücksichtigen, dass die Studien üblicherweise nicht nach dem präoperativen Risiko, sondern nach dem Operationsverfahren (laparoskopisch oder offen-chirurgisch) unterschieden werden. Hochrisikopatienten werden im Allgemeinen nicht in wissenschaftliche Studien eingeschlossen.
Das Ergebnis der BQS-Bundesauswertung bildet daher die reale Versorgungssituation in Deutschland ab, während in wissenschaftlichen Studien Patienten nach spezifisch definierten Kriterien ein- und ausgeschlossen werden und die Ergebnisse daher nicht zuverlässig auf die Gesamtversorgung übertragen werden können.