Qualitätsziel
Geringe Azidoserate bei reifen lebend geborenen Einlingen mit Nabelarterien-pH-Bestimmung
Hintergrund des Qualitätsindikators
In der wissenschaftlichen Literatur wird ein Nabelarterien-pH-Wert von unter 7,0 als kritisch angesehen, weil er mit einem Anstieg von Sterblichkeit und bleibenden Schäden verknüpft ist (Goldaber et al. 1991, ACOG 1998). Allerdings trägt ein hoher Anteil der Kinder mit niedrigen pH-Werten keine permanenten Schäden davon. Trotz dieser eingeschränkten Spezifität gibt der Indikator wichtige Hinweise auf die Qualität des geburtshilflichen Managements.
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005
34 Krankenhäuser wurden um eine Stellungnahme gebeten. Bei 22 Abteilungen lag die Ursache in besonderen Einzelfällen, belegt durch Analyse der Krankenakte.
In der endgültigen Beurteilung wurden sieben Abteilungen als qualitativ auffällig eingestuft.
Bewertung der Ergebnisse 2006
Die Gesamtrate spiegelt unverändert zum Vorjahr eine gute Versorgungsqualität wider. Das Ergebnis liegt in dem von wissenschaftlichen Veröffentlichungen her zu erwartenden Bereich. Die von einigen wenigen Krankenhäusern dokumentierten Raten über 0,3% bedürfen der Abklärung im Strukturierten Dialog.
Gerade für die Bewertung der Versorgung von Kindern mit dokumentiertem niedrigem pH-Wert ist die in der Einleitung angesprochene gemeinsame Auswertung der Leistungsbereiche Geburtshilfe und Neonatologie von entscheidender Bedeutung, denn es kann nur so festgestellt werden, ob der ermittelte Wert ohne erkennbare Folgen für das Kind geblieben ist.