Qualitätsziel
Möglichst wenige Patientinnen mit Organverletzungen bei laparoskopischen Operationen
Hintergrund des Qualitätsindikators
Die laparoskopischen Eingriffe in der operativen Gynäkologie stehen im öffentlichen Fokus. Seit der Einführung der laparoskopischen Operationstechnik ist ein permanenter Anstieg dieser Eingriffe zu verzeichnen. Eine Bagatellisierung dieser Eingriffe ist nicht gerechtfertigt, da sie potenzielle Risiken wie beispielsweise Organverletzungen bergen. Gynäkologen sind
aufgefordert, strenge Kriterien bei der Indikation zum laparoskopischen Eingriff anzulegen und durch die Wahl eines erfahrenen Operateurs das Risiko für die Patientin möglichst niedrig zu halten.
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005
Die Ergebnisse zu dieser Kennzahl wurden in sechs Bundesländern für den Strukturierten Dialog verwendet. Es wurden neun Krankenhäuser um eine Stellungnahme gebeten. Drei dieser Krankenhäuser haben ihre abweichenden Ergebnisse mit besonderen Einzelfällen begründet. Ein Krankenhaus wurde als qualitativ auffällig eingestuft.
Bewertung der Ergebnisse 2006
34.093 laparoskopische Eingriffe wurden für diesen Indikator ausgewertet. Eingriffe bei Patientinnen mit Karzinomerkrankungen, Endometriose oder einer Voroperation im gleichen Operationsgebiet wurden für die Auswertung nicht berücksichtigt, da es sich in diesen Fällen um besondere Risikokonstellationen handelt. Bei dem ausgewerteten risikostandardisierten Kollektiv wurden 118 Fälle (0,35%) von Organverletzungen dokumentiert.
Ein Vergleich des Gesamtergebnisses mit den Vorjahren (2005: 0,25%; 2004: 0,32%; 2003: 0,51%) zeigt, dass eine gute und stabile Versorgungssituation konstatiert werden kann. Die deutlich abnehmende Gesamtzahl der Fälle (2005: 35.216; 2004: 35.438) weist darauf hin, dass laparoskopische Operationen zunehmend ambulant erfolgen. Vor dem Hintergrund der dadurch zu erwartenden Selektion ist die leichte Zunahme der Gesamtrate gegenüber dem Vorjahr plausibel.
Im Jahr 2006 lag die Spannweite der Krankenhausergebnisse bei Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen in dieser Grundgesamtheit zwischen 0,0 und 6,6%. Für das Jahr 2005 betrug dieser Wert 0,0 bis 6,9% und in den Jahren 2004 und 2003 lag die Spannweite jeweils zwischen 0,0 und 10,0%.
Die BQS-Fachgruppe wertet die positive Entwicklung als Ergebnis eines konstruktiven Strukturierten Dialogs auf Landesebene mit den auffälligen Krankenhäusern.