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Qualitätsziel

Indikation bei Ovareingriffen

Möglichst wenige Patientinnen mit isolierten Ovareingriffen und fehlender postoperativer Histologie oder Follikel- oder Corpus-luteum-Zyste oder Normalbefund als führender histologischer Befund

Hintergrund des Qualitätsindikators

Funktionszysten sind häufige Zufallsbefunde. Eine Abgrenzung zu echten benignen und malignen Neoplasien bereitet gelegentlich Schwierigkeiten. Eine Implementierung des von Osmers (1996) vorgeschlagenen Managements von einfachen Ovarialzysten soll zu einem Anteil von maximal 15% an operierten Funktionszysten führen, bei gleichzeitiger Minimierung des Risikos für „verschleppte“ Malignome. Außerdem muss jedem Ovareingriff zwingend und ausnahmslos eine histologische Untersuchung des entfernten Gewebes folgen.

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005

Diese Kennzahl wurde im Strukturierten Dialog 2006 häufig eingesetzt. Es wurden 83 Stellungnahmen aus 161 rechnerisch auffälligen Krankenhäusern in 13 Bundesländern erbeten. Nach Abschluss des Strukturierten Dialogs wurden 14 Krankenhäuser als qualitativ auffällig eingestuft, mit ihnen wurden Verbesserungsmaßnahmen vereinbart.

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe verweist auf die S1-Leitlinie von 2003. Die Umsetzung dieser existierenden Empfehlungen in die Routinetherapie sollte künftig im Strukturierten Dialog unterstützt werden.

Bewertung der Ergebnisse 2006

Die Gesamtrate von 21,08% lag über dem festgelegten Referenzwert von 20% und wird von der BQS-Fachgruppe weiterhin als zu hoch eingeschätzt. Ein Vergleich mit den Vorjahresergebnissen (2005: 23,07%; 2004: 22,21% und 2003: 22,38%) zeigt, dass eine Verbesserung der Ergebnisse der Gesamtrate im Verlauf der letzten vier Jahre beobachtet werden kann. Die BQS-Fachgruppe stellt dennoch fest, dass das Qualitätsziel nicht erreicht wurde und weiterhin besonderer Handlungsbedarf besteht.

Die Spannweite der Krankenhausergebnisse lag im Jahr 2006 zwischen 0,0 und 59,4% und wird ebenfalls als zu hoch bewertet.

Insgesamt schätzt die BQS-Fachgruppe die Versorgungssituation bei der Indikationsstellung zu Ovareingriffen weiterhin als verbesserungsbedürftig ein und betont, dass immer noch von einer Über- bzw. Fehlversorgung ausgegangen werden muss.

Empfehlenswert sind eine Weiterentwicklung der existierenden Leitlinie und eine intensive Unterstützung der Implementierung von Leitlinien durch die wissenschaftlichen Fachgesellschaften.