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Qualitätsziel

Thromboseprophylaxe bei Hysterektomie

Möglichst viele Patientinnen mit medikamentöser Thromboseprophylaxe bei Hysterektomie

Hintergrund des Qualitätsindikators

Thrombosen und Lungenembolien sind mit Letalität behaftet. In entwickelten Ländern gehören Lungenembolien zu den häufigsten Todesursachen im Krankenhaus. Arzneimittel zur wirksamen perioperativen medikamentösen Thromboseprophylaxe sind bekannt, unter anderem das unfraktionierte Heparin bzw. niedermolekulare Heparine. Beide führen bei Patientinnen mit einem mittleren Thromboserisiko zu einer erheblichen Reduktion der tiefen Beinvenenthrombosen. Auch Lungenembolien treten signifikant seltener auf. (AWMF-Leitlinien-Register Nr. 003/001). Die alleinige Verabreichung von Azetylsalizylsäure zur perioperativen Thromboseprophylaxe wird für Patientinnen aller Risikogruppen abgelehnt (Evidenzgrad 1a; Geerts et al. 2004).

Trotz dieser Erkenntnisse ist eine hohe regionale Variabilität für die Heparinprophylaxe nachgewiesen worden (Nicolaides et al. 2006). Speziell nach gynäkologischen Operationen wird bei Verzicht auf prophylaktische Maßnahmen bei gutartiger Grunderkrankung von einer Thrombosehäufigkeit von 14% (95%-Vertrauensbereich 11 bis 17%) ausgegangen (Nicolaides et al. 2006). Da die Empfehlungen in den Leitlinien auf der Basis von Metaanalysen entwickelt wurden, wird für diesen Indikator ein Evidenzgrad Ia (AHCPR) erreicht.

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005

In zwölf Bundesländern wurden 127 von 175 rechnerisch auffälligen Krankenhäusern um eine Stellungnahme gebeten. Ein sehr hoher Anteil der Krankenhäuser (85%) gab Dokumentationsprobleme als Ursache für die Auffälligkeit an. Nach Abschluss des Strukturierten Dialogs wurden zwölf Krankenhäuser als qualitativ auffällig eingestuft, weitere 73 stehen im Folgejahr unter besonderer Beobachtung.

Bewertung der Ergebnisse 2006

Bei 134.399 Patientinnen im Alter von über 40 Jahren wurde eine Hysterektomie dokumentiert. 98,81% dieser Patientinnen haben eine Thromboseprophylaxe erhalten. Diese Gesamtrate wird von der BQS-Fachgruppe als ein sehr gutes Ergebnis gewertet.

In den letzten vier Jahren haben stets mehr als 98% aller über 40-jährigen Patientinnen, bei denen eine Hysterektomie durchgeführt worden war, eine Thromboseprophylaxe erhalten. Dies zeigt eine sehr gute Versorgungsqualität auf stabilem Niveau.

Die Spannweite der Krankenhausergebnisse bei Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen liegt zwischen 52,9 und 100%. Ein Vergleich mit den Vorjahren (2005: 28,6 bis 100%; 2004: 2,1 bis 100%; 2003: 0 bis 100%) verdeutlicht eine positive Entwicklung. Die Ergebnisse von lediglich 4,5% aller Krankenhäuser mit mindestens 20 Fällen erreichten nicht den festgelegten Referenzwert von 95%. Mit diesen Krankenhäusern ist im Rahmen des Strukturierten Dialogs das auffällige Ergebnis zu diskutieren.

Die BQS-Fachgruppe sieht einen wichtigen Grund dieser erfreulichen Entwicklung in der konsequenten Durchführung des Strukturierten Dialogs.