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Qualitätsziel

Indikation zur Revision

Möglichst selten Sondenprobleme bezogen auf das Implantationsvolumen der eigenen Institution

Hintergrund des Qualitätsindikators

Eine Reihe von Spätkomplikationen bei der Herzschrittmachertherapie können die Sonden betreffen. Möglich ist z.B. eine Dislokation der Sonden.

Das dänische Schrittmacherregister berichtet aus dem Jahre 2004 von folgenden perioperativen Komplikationsraten:

  • Sondenproblem bei Vorhofelektrode 2,0%
  • Sondenproblem bei Ventrikelelektrode 2,5%.

Als „Standard“ für Sondenprobleme legen Møller und Arnsbo für Implantationszentren Werte von jeweils <3% fest (Møller & Arnsbo 2006).

Die Rate von durchgeführten Revisionsoperationen in einem Krankenhaus ist nur aussagefähig, wenn man sie auf Patienten bezieht, denen im selben Krankenhaus der Schrittmacher implantiert wurde. Um näherungsweise die Komplikationsraten der Krankenhäuser vergleichen zu können, wird im Auswertungskonzept als Bezugsgröße das gemeldete Implantationsvolumen des Krankenhauses im selben Jahr verwendet. Es handelt sich um eine Ratio (Verhältniszahl) und nicht um eine Rate (Anteil).

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005

Im Strukturierten Dialog 2006 zum Erfassungsjahr 2005 wurde dieser Qualitätsindikator in fast allen Ländern eingesetzt. Von 198 um Stellungnahme gebetenen Krankenhäusern waren nach dem Strukturierten Dialog noch 20 Krankenhäuser qualitativ auffällig, 55 stehen unter weiterer Beobachtung im Folgejahr.

Bewertung der Ergebnisse 2006

Die Gesamtrate für Sondenprobleme hat sich im Jahre 2006 gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Sie liegen weiterhin außerhalb des Referenzbereichs von ≤6%. Dieser Wert lehnt sich an die Referenzwerte des Dänischen Schrittmacherregisters an.

Bei einem Krankenhaus kommt eine extrem hohe Rate von 28,6% durch acht Revisionseingriffe wegen Sondenproblemen bei 28 Implantationen zustande.

Für die Teilmenge der Sondendislokationen gibt es die Möglichkeit, eine Rate von Komplikationen im Längsschnitt abzuschätzen, die in aller Regel innerhalb der ersten Monate nach Erstimplantation auftreten und damit unmittelbar die Ergebnisqualität der Erstimplantationen derselben Institution widerspiegeln.

Vergleicht man die Dislokationsraten im Leistungsbereich Herzschrittmacher-Implantation (2,14%) mit der Angabe Dislokation als Revisionsgrund für Wechsel oder Explantationen (4,65%), zeigt sich, dass die Ergebnisse der Erstimplantation nur einen Ausschnitt der Ergebnisqualität abbilden. Daher sollte bei auffällig hohen Raten von Sondenproblemen als Indikation für einen Schrittmacherwechsel oder eine Explantation unbedingt eine Analyse im Strukturierten Dialog erfolgen.

Aus Sicht der Fachgruppe besteht bei diesem Indikator besonderer Handlungsbedarf. Gemeinsam mit den wissenschaftlichen Fachgesellschaften sollten die Ergebnisse und die Konsequenzen der Analysen aus dem Strukturierten Dialog stärker als bislang auf Fachkongressen thematisiert werden. Darüber hinaus sollte weiterhin zielstrebig auf die Möglichkeit einer Fallzusammenführung von Erst- und Folgeeingriffen in der Herzschrittmachertherapie hingewirkt werden, um die Aussagekraft dieses relevanten Indikators zu erhöhen.