Ausblick
Das BQS-Verfahren zur externen vergleichenden Qualitätssicherung in der Transplantationsmedizin bietet nach übereinstimmender Einschätzung der Experten der BQS-Fachgruppe Herz- und Lungentransplantation trotz der aktuell noch bestehenden methodischen Limitationen gegenüber bestehenden Transplantationsregistern eine Reihe von Vorteilen:
- Die Vollständigkeit der übermittelten Daten lässt sich genau quantifizieren.
- Der Strukturierte Dialog bietet die Möglichkeit, fehlende Daten nachzufordern und so die Ergebnisqualität aller Transplantationszentren zu bewerten.
- Die Rechenvorschriften für die Darstellung wesentlicher Ergebnisse, wie das Patientenüberleben im Verlauf nach Herztransplantation, sind transparent und klar definiert. Neben der Darstellung des Gesamtergebnisses aller Transplantationszentren ist auch eine zentrumsbezogene Darstellung des Behandlungsverlaufs der transplantierten Patienten über mehrere Jahre möglich.
Dieses Potenzial wird nach übereinstimmender Einschätzung der BQS-Fachgruppe noch deutlich zunehmen, wenn die Auswertung zukünftig anhand des Transplantationsdatums erfolgt. In diesem Fall wird eine vollständige Abbildung des Versorgungsgeschehens möglich. Die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses, die Auswertung in den transplantationsmedizinischen Leistungsbereichen mit Wirkung vom 1. Januar 2008 auf das Transplantationsdatum zu beziehen, wird daher von den Mitgliedern der BQS-Fachgruppe Herz- und Lungentransplantation einhellig begrüßt.
Die Aussagefähigkeit der Ergebnisse zu den BQS-Qualitätsindikatoren „1-Jahres-Überleben“ und
„2-Jahres-Überleben“ ist aktuell dadurch limitiert, dass ausschließlich Krankenhäuser für die Auswertung berücksichtigt werden, die für mehr als 90% der von ihnen transplantierten Patienten Informationen zum Überlebensstatus übermittelt haben.
Die Statuten der US-amerikanischen Organvermittlungsorganisation „United Network for Organ Sharing“ (UNOS), die jährlich die 1-Jahres-Überlebensraten nach Herztransplantation in den USA veröffentlicht, sehen vor, nicht übermittelte Informationen zu einem Patienten in der Auswertung als Versterben dieses Patienten zu werten.
Krankenhäuser, die wenige Daten zum weiteren Behandlungsverlauf der von ihnen transplantierten Patienten an UNOS übermitteln, verzeichnen dadurch eine niedrige 1-Jahres-Überlebensrate. Die BQS-Fachgruppe Herz- und Lungentransplantation wird aufgrund der bisherigen Erfahrungen bei der Umsetzung der externen vergleichenden Qualitätssicherung im Leistungsbereich Herztransplantation diskutieren, ob das Auswertungskonzept für das Follow-up nach Organtransplantation im nächsten Jahr analog zur UNOS formuliert wird.