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Qualitätsziel

Endoprothesenluxation

Selten Endoprothesenluxation

Hintergrund des Qualitätsindikators

Die Endoprothesenluxation ist eine seltene, aber bedeutsame Komplikation nach Hüftendoprothesen-Eingriffen, da sie häufig einen erneuten Eingriff notwendig macht. Die Luxationsrate hängt u.a. vom Zugang, der gewählten Endoprothese und von der OP-Technik ab. Aber auch die Mitwirkung des Patienten spielt eine Rolle.

Luxationen treten meistens bereits in den ersten acht postoperativen Wochen auf (Berry et al. 2004, Kohn et al. 1997, Li et al. 1999, Phillips et al. 2003). Ab der zweiten Reluxation muss eine Revisionsoperation diskutiert werden. Bei diesen revidierten Hüftgelenken wiederum ist in bis zu 25% der Fälle mit dauerhafter Instabilität zu rechnen (Callaghan et al. 1995, Li et al. 1999). Betroffen sind vor allem Patienten mit geschwächter Abduktorenmuskulatur oder neuromuskulärem Defizit (Dorr & Wan 1998, Hedlundh et al. 1999).

In Übersichtsarbeiten und Studien mit großen Patientenzahlen (mit unterschiedlichen Beobachtungszeiträumen) werden Prothesenluxationsraten nach primärem Hüftgelenkersatz bei 1 bis 5% der Fälle berichtet (Callaghan et al. 1995, Kohn et al. 1997, Woolson & Rahimtoola 1999, Mahomed et al. 2003, Phillips et al. 2003, Masonis & Bourne 2002, Valen 2001, Berry et al. 2004).

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005

Im Strukturierten Dialog 2006 zum Erfassungsjahr 2005 wurde der Indikator in 13 Bundesländern verwendet. Dabei wurden von 15 Krankenhäusern Stellungnahmen angefordert, in zwei dieser Fälle ergab die Analyse qualitative Auffälligkeiten.

Bewertung der Ergebnisse 2006

Die Gesamtrate liegt im Jahr 2006 (0,62%) niedriger als im Vorjahr (0,79%). Insgesamt kann eine zufriedenstellende Versorgungsqualität festgestellt werden. Der Extremwert von 13,0% trat in einem Krankenhaus auf, bei dem in 3 von 23 Fällen eine Endoprothesenluxation dokumentiert wurde.

Insgesamt erscheinen die Endoprothesenluxationsraten im Vergleich zur internationalen Literatur sehr niedrig. Zu berücksichtigen sind allerdings die verschiedenen Beobachtungszeiträume in wissenschaftlichen Erhebungen und im BQS-Verfahren. Für eine Beurteilung der wahren Komplikationsraten sind längere Nachbeobachtungszeiten notwendig.

Die Fachgruppe diskutiert, inwieweit sich die Endoprothesenluxationsraten als Ansatzpunkte für zukünftige Mindestmengenregelungen eignen, da eine Abhängigkeit zwischen Komplikationsraten und Erfahrung des Operateurs angenommen wird.