Qualitätsziel
Selten postoperative Wundinfektionen (nach CDC-Kriterien)
Hintergrund des Qualitätsindikators
Infektionen sind gefürchtete Komplikationen nach operativer Versorgung von hüftgelenknahen Femurfrakturen und gehen mit einer erhöhten postoperativen Sterblichkeit einher (Poulsen et al. 1995). Die Implantation von Fremdmaterial erhöht das Risiko einer Wundinfektion, u.a. weil Bakterien – v.a. Staphylokokken – eine hohe Affinität zu Kunststoffoberflächen haben (SIGN 2000). Postoperative Wundinfektionen können z.B. durch erforderliche Reoperationen, ggf. mit Prothesenentfernung, und längeren Krankenhausaufenthalten mit erforderlicher antibiotischer Therapie, erhebliche Kosten verursachen.
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005
Dieser Qualitätsindikator wurde in neun Bundesländern im Strukturierten Dialog 2006 zum Erfassungsjahr 2005 eingesetzt. 6 von 47 Krankenhäusern, die um eine Stellungnahme gebeten wurden, zeigten eine qualitative Auffälligkeit. 15 Krankenhäuser stehen im Folgejahr unter besonderer Beobachtung.
Bewertung der Ergebnisse 2006
Die nach den Kriterien der CDC (Centers for Disease Control and Prevention) dokumentierten Wundinfektionsraten bei Schenkelhalsfrakturen sanken in den letzten Jahren kontinuierlich auf zuletzt 2,11%. Allerdings lagen im Jahr 2006 117 von 975 Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen mit ihren Ergebnissen außerhalb des Referenzbereichs. Die höchste Rate von Wundinfektionen bei Schenkelhalsfraktur wies ein Krankenhaus mit 12 von 31 Fällen (38,7%) auf.
Die Ergebnisse dieses Qualitätsindikators werden durch viele Faktoren im Krankenhaus beeinflusst (z.B. Hygiene, personelle Ausstattung, OP-Technik). Die BQS-Fachgruppe Orthopädie und Unfallchirurgie hält deshalb einen zukünftig intensiveren Einsatz dieses Qualitätsindikators im Strukturierten Dialog für erforderlich.
Insgesamt lässt sich eine gute Versorgungssituation feststellen.