Qualitätsziel
Selten erforderliche Reinterventionen wegen Komplikation
Hintergrund des Qualitätsindikators
Reinterventionen sind ungeplante Folgeeingriffe wegen Komplikationen des Primäreingriffs. Die Zahl ungeplanter Folgeeingriffe in einer Einrichtung kann verfahrensbedingt (Osteosynthese vs. Endoprothese) sein, sie kann aber auch einen Hinweis auf Probleme der (interdisziplinären) Prozessqualität geben (Parker et al. 2000).
In der Literatur veröffentlichte Reinterventionsraten sind schwer zu vergleichen, da unterschiedliche Definitionen und Nachbeobachtungszeiträume verwendet werden. In der Regel erfolgt die Beobachtung über ein Jahr oder länger.
Gillespie gibt in seinem Review eine 1-Jahres-Reoperationsrate von 44% nach Osteosynthese und 12,6% für Totalendoprothesenversorgung an (Gillespie 2002).
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005
Im Strukturierten Dialog 2006 zum Erfassungsjahr 2005 kam die Kennzahl in acht Bundesländern für den Strukturierten Dialog zum Einsatz. 41 Krankenhäuser wurden um eine Stellungnahme gebeten. In mehr als der Hälfte der Fälle wurden die Auffälligkeiten von den Krankenhäusern damit erklärt, dass besondere, unvermeidbare Einzelfälle vorgelegen hätten.
Als qualitativ auffällig wurden sechs Krankenhäuser eingestuft.
Bewertung der Ergebnisse 2006
Es ist ein Anstieg der Rate im Jahr 2006 (4,59%) gegenüber 2005 (4,02%) festzustellen. Entscheidender Grund für diesen Anstieg ist eine Datensatzänderung, so dass ein Vergleich über die beiden letzten Erfassungsjahre nicht möglich ist.
Der erstmals verwendete fixe Referenzbereich von 12% leitet sich aus der 95%-Perzentile der Ergebnisse der letzten Jahre ab.
Bei der Extremrate von 41,7% (43 Reinterventionen bei 103 Fällen) handelt es sich um einen Einzelfall, der unbedingt im Strukturierten Dialog näher analysiert werden muss.
Insgesamt ist das Ergebnis Ausdruck zufriedenstellender Versorgungsqualität, das Qualitätsziel wurde im Wesentlichen erreicht.