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Qualitätsziel

Indikation

Oft eine angemessene Indikation anhand der klinischen Symptomatik, röntgenologischer Kriterien oder Entzündungszeichen

Hintergrund des Qualitätsindikators

Implantatwechsel sind in der Regel bei Prothesenlockerung indiziert. Die meisten Prothesenlockerungen sind sogenannte aseptische Lockerungen, die durch lokale entzündliche Reaktionen des Gewebes und Mikroabriebpartikel des Prothesenmaterials entstehen. Aber auch das Implantatdesign und die Qualität der Fixation spielen eine Rolle. Ein weiterer häufiger Grund für einen Revisionseingriff ist die wiederholte Luxation der Endoprothese. Mit jedem neuen Eingriff am Hüftgelenk nimmt die Gefahr der Instabilität und der dadurch bedingten Luxation zu.

Die Diagnose der Prothesenlockerung wird in Zusammenschau von klinischen, laborchemischen und radiologischen Befunden gestellt. Zunächst ist die Röntgenuntersuchung des betroffenen Gelenks in zwei Ebenen notwendig. Veränderungen der Knochendichte und Lysesäume im Röntgenbild sind hier wegweisend. Eine Bestimmung laborchemischer Entzündungsparameter und bei Infektionsverdacht eine Gelenkpunktion sind notwendig, um bereits vor der anstehenden Wechseloperation mögliche Erreger und deren Antibiotikaresistenzen zu identifizieren (Stürmer 2001).

Johnsen et al. stellten in einer aktuellen Follow-up-Studie bei 36.984 Hüft-TEP-Patienten fest, dass männliches Geschlecht und Komorbidität prädiktive Faktoren für ein Versagen des Implantats mit notwendiger Reoperation waren (Johnsen et al. 2006).

Ob hohes Körpergewicht der Patienten sich negativ auf die Standzeit der Hüft-Endoprothesen auswirkt, ist umstritten. Die Studienergebnisse sind hier widersprüchlich (z.B. Horan 2006, McLaughlin & Lee 2006, Patel & Abrizio 2006).

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005

Im Strukturierten Dialog 2006 zum Erfassungsjahr 2005 wurden in den Stellungnahmen auffälliger Krankenhäuser vor allem Dokumentationsprobleme als Ursachen angegeben. Insgesamt wurden 86 Stellungnahmen analysiert. Kein Krankenhaus wurde als qualitativ auffällig eingestuft. 29 Krankenhäuser werden aber gezielt im Folgejahr beobachtet.

Bewertung der Ergebnisse 2006

Ein Hüftendoprothesenwechsel ist ein komplexerer Eingriff als eine Erstimplantation. Neben den Schmerzen des Patienten gelten andere Indikationskriterien, insbesondere röntgenologische bzw. Entzündungszeichen. Die Fachgruppe hat für diesen Qualitätsindikator einen Perzentilen-Referenzbereich gewählt, um der besonderen Komplexität der Wechseleingriffe gerecht zu werden.

Die Gesamtrate von Fällen, die die von der Fachgruppe definierten Mindestkriterien für die Indikation erfüllten, lag im Jahr 2006 mit 91,61% höher als im Vorjahr (87,25%). Änderungen im Datensatz, die die Abfrage der Schmerzkriterien vereinfachten, könnten hierfür der Grund sein.

Insgesamt kann festgestellt werden, dass das Qualitätsziel im Wesentlichen erreicht wurde. Die Fälle ohne erfüllte Indikationskriterien sollten im Strukturierten Dialog sorgfältig analysiert werden.