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Qualitätsziel

Allgemeine postoperative Komplikationen

Selten allgemeine postoperative Komplikationen

Hintergrund des Qualitätsindikators

Unter „allgemeinen“ oder auch „systemischen“ postoperativen Komplikationen werden Pneumonien, kardiovaskuläre Komplikationen und thromboembolische Ereignisse verstanden, die den postoperativen Verlauf verkomplizieren und in einzelnen Fällen lebensbedrohlich sein können.

Angaben zu den beobachteten Raten allgemeiner postoperativer Komplikationen bei Hüftgelenkendoprothesenwechsel finden sich in der Literatur selten. Die Metaanalyse von Saleh et al. (2003) nennt folgende Komplikationsraten:

  • Myokardinfarktrate: 2,33% (Spannweite 1,38 bis 5,26%)
  • Thromboserate: 7,34% (Spannweite 1,23 bis 37,2%) (keine Festlegung, ob symptomatisch oder asymptomatisch)
  • Embolierate: 2,71% (Spannweite 1,49 bis 4,34%)
  • Pneumonierate: 2,01% (Spannweite 1,23 bis 4,16%)

Das Operationsrisiko steigt mit zunehmendem Alter und der Anzahl an Komorbiditäten, weshalb bei diesem Qualitätsindikator eine Stratifizierung nach ASA-Kriterien vorgenommen wird.

Zur Vereinheitlichung der Grundgesamtheit wird 2006 erstmals die Komplikationsrate ohne die heterogene Kategorie „Sonstige“ gerechnet.

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005

Im Strukturierten Dialog 2006 zum Erfassungsjahr 2005 wurden 25 Krankenhäuser um eine Stellungnahme gebeten. In etwa einem Viertel dieser Fälle wurden die Auffälligkeiten von den Krankenhäusern nach interner Analyse als unvermeidbare Einzelfälle gesehen. In 28% der Auffälligkeiten wurden Dokumentationsprobleme als Ursache der Auffälligkeit angesehen. Von den Fachexperten auf der Landesebene wurde kein Krankenhaus als qualitativ auffällig identifiziert. Neun Krankenhäuser werden gezielt im Folgejahr beobachtet.

Bewertung der Ergebnisse 2006

Die Gesamtrate der allgemeinen postoperativen Komplikationen lag im Jahr 2006 mit 2,98% niedriger als im Vorjahr (3,43%). Der Extremwert von 20,0% trat in einem Krankenhaus auf, bei dem in 4 von 20 Fällen allgemeine Komplikationen dokumentiert wurden. Insgesamt kann das Ergebnis des Indikators als zufriedenstellend angesehen werden, so dass kein über die Maßnahmen des Strukturierten Dialogs hinausgehender Handlungsbedarf gesehen wird.