Logo + Home
 
   BQS Online    BQS Outcome    BQS Qualitätsindikatoren Datenbank

Qualitätsziel

Reinterventionen wegen Komplikation

Selten erforderliche Reinterventionen wegen Komplikation

Hintergrund des Qualitätsindikators

Reinterventionen sind ungeplante Folgeeingriffe wegen Komplikationen des Primäreingriffs. Patientenauswahl und Erfahrung des Operateurs werden als Einflussfaktoren diskutiert (Mahomed et al. 2003, Katz et al. 2001). Die Rate ungeplanter Folgeeingriffe kann einen Hinweis auf die (interdisziplinäre) Prozessqualität einer Einrichtung geben.

Zahlen zu Reoperationen oder Reinterventionen noch während des stationären Aufenthalts nach Hüftgelenkwechseloperationen sind rar. Mahomed et al. nennen eine Wiederaufnahmerate von 10,0% innerhalb von 90 Tagen nach Hüftgelenkendoprothesenwechsel, ermittelt aus administrativen Daten (Mahomed et al. 2003). Eine „Wiederaufnahmerate“ ist allerdings nicht mit einer „Revisionsrate“ gleichzusetzen.

Die Metaanalyse von Saleh et al. von 39 Studien zeigt eine Gesamtrevisionsrate für Wechseleingriffe von 5,9% (Saleh et al. 2003).

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005

Zehn Landesgeschäftsstellen haben diesen Qualitätsindikator im Strukturierten Dialog 2006 zum Erfassungsjahr 2005 eingesetzt. Bei 89 gemeldeten Auffälligkeiten wurden 79 Krankenhäuser um eine Stellungnahme gebeten. In acht dieser Fälle wurde die Auffälligkeit mit Dokumentationsproblemen erklärt, in 33 Fällen wurden besondere Einzelfallkonstellationen angeführt. Bei fünf Krankenhäusern haben die Fachexperten eine qualitative Auffälligkeit festgestellt. 14 Krankenhäuser werden gezielt im Folgejahr beobachtet.

Bewertung der Ergebnisse 2006

Beim Vergleich der Ergebnisse der Jahre 2006 (7,16%) und 2005 (6,21%) ist zu berücksichtigen, dass eine Änderung der Erfassungsmethodik im Datensatz erfolgt ist. Während im Vorjahr eine Reintervention nur dokumentiert werden konnte, wenn eine im Datensatz abgefragte chirurgische oder allgemeine Komplikation angegeben worden war, können seit 2006 auch Reinterventionen dokumentiert werden, die aus anderen Gründen erforderlich sind.

Der Extremwert von 28,6% wurde in einem Krankenhaus beobachtet, in dem bei 21 Wechseloperationen sechsmal eine Revisionsoperation durchgeführt wurde. Dieses Ergebnis bedarf unbedingt einer weiteren Analyse.

Es kann weiterhin von einer insgesamt zufriedenstellenden Versorgungssituation ausgegangen werden.

Der Referenzbereich von höchstens 16% orientiert sich an den 95%-Perzentilen der Vorjahre und identifiziert damit besonders auffällige Ergebnisse, die einer weiteren Analyse bedürfen.