Qualitätsziel
Geringe Letalität
Hintergrund des Qualitätsindikators
Der Hüftgelenkendoprothesenwechsel stellt – sofern es sich nicht um einen fulminant fortschreitenden Infekt oder eine periprothetische Fraktur handelt – einen Elektiveingriff bzw. einen Eingriff mit aufgeschobener Dringlichkeit dar, der die Lebensqualität des Patienten verbessern soll. Die Indikation zur Wechseloperation beinhaltet eine sorgfältige individuelle Risikoabschätzung. Eine geringe perioperative Letalität ist – unabhängig von bestehenden Komorbiditäten – zu fordern.
Angaben zur Rate an Todesfällen während des stationären Aufenthaltes bei Hüftgelenkendoprothesenwechseln liegen in der Literatur kaum vor. Die verfügbaren Vergleichsdaten lassen Letalitätsraten nach Revisionseingriffen am Hüftgelenk von etwa 2% erwarten (z.B. Saleh et al. 2003).
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005
Im Strukturierten Dialog 2006 zum Erfassungsjahr 2005 wurden 121 Krankenhäuser um eine Stellungnahme gebeten. In 98 Stellungnahmen wurde auf besondere, unvermeidbare Einzelfälle verwiesen. Nach den Analysen der Experten auf der Landesebene wurde in fünf Krankenhäusern eine qualitative Auffälligkeit festgestellt. Vier Krankenhäuser werden gezielt im Folgejahr beobachtet.
Bewertung der Ergebnisse 2006
Im Jahr 2006 sind 211 Patienten nach einer Hüftgelenk-Wechseloperation verstorben. Bei insgesamt 19.583 solchen Eingriffen errechnet sich eine Rate von 1,08%. Dieses Ergebnis zeigt eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr (1,37%).
Der Extremwert 10,0% trat in einem Krankenhaus auf, bei dem 3 von 30 Patienten nach einer Wechseloperation verstarben.
Es handelt sich um einen Sentinel-Event-Indikator, d.h. sämtlichen Einzelfällen ist im Strukturierten Dialog auch weiterhin nachzugehen.