Qualitätsziel
Selten erforderliche Reinterventionen wegen Komplikation
Hintergrund des Qualitätsindikators
Reinterventionen sind ungeplante Folgeeingriffe wegen Komplikationen des Primäreingriffs. Die Gesamtrate an Komplikationen nach Knieendoprothesenwechsel ist in der Studie von Saleh et al. mit 26,3% hoch (Saleh et al. 2002). Wie viele Komplikationen zu operativ chirurgischen Zweiteingriffen führen, lässt sich nicht aus der Literatur ermitteln.
Eine australische randomisierte kontrollierte Studie (Dowsey et al. 1999) beschrieb für Patienten mit elektiven Gelenkersatz-Operationen, die nach einem klinischen Behandlungspfad betreut wurden, in 10,8% der Fälle Komplikationen, bei Kontrollpatienten in 28% der Fälle. Eine Wiederaufnahme erfolgte bei 4,3% (Pathway-Gruppe) und 13% (Kontrollgruppe).
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005
Im Strukturierten Dialog 2006 zum Erfassungsjahr 2005 wurde die Kennzahl in acht Ländern für den Strukturierten Dialog verwendet. Keines der 25 Krankenhäuser, die um eine Stellungnahme gebeten wurden, ist als qualitativ auffällig bewertet worden. Bei zwei Krankenhäusern erfolgt eine gezielte Beobachtung der Ergebnisse des Folgejahrs.
Bewertung der Ergebnisse 2006
Beim Vergleich der Ergebnisse der Jahre 2006 (4,34%) und 2005 (2,95%) ist zu berücksichtigen, dass eine Änderung der Erfassungsmethodik im Datensatz erfolgt ist. Während im Vorjahr eine Reintervention nur dokumentiert werden konnte, wenn eine im Datensatz abgefragte chirurgische oder allgemeine Komplikation angegeben worden war, können seit 2006 auch Reinterventionen dokumentiert werden, die aus anderen Gründen erforderlich sind.
Aus diesem Grund kann weiterhin von einer insgesamt zufriedenstellenden Versorgungssituation ausgegangen werden. Besonderer Handlungsbedarf, der über die Maßnahmen des Strukturierten Dialogs hinausgeht, wird derzeit nicht gesehen.
Der erstmals verwendete fixe Referenzbereich von höchstens 12% leitet sich aus der 95%-Perzentile der Ergebnisse der letzten Jahre ab.
Ein extrem auffälliges Ergebnis wurde in einem Krankenhaus festgestellt, bei dem bei 62 Wechseloperationen in 14 Fällen die Notwendigkeit einer Reintervention dokumentiert wurde (22,6%). Eine Analyse im Strukturierten Dialog ist unverzichtbar.