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Qualitätsziel

Indikation

Oft eine angemessene Indikation (Schmerzen und röntgenologische Kriterien)

Hintergrund des Qualitätsindikators

Die Leitsymptome bei ausgeprägter Kniegelenksarthrose sind Schmerzen, Bewegungseinschränkung bzw. Instabilitätsgefühl im Kniegelenk. Mit konservativer Behandlung, z.B. mit Physiotherapie und medikamentöser Schmerzbehandlung, lässt sich oft keine dauerhafte Beschwerdebesserung erreichen (Philadelphia Panel 2001, Dieppe et al. 1999, American College of Rheumatology 2000).

Es besteht Konsens, dass die Indikation zum Kniegelenkersatz dann gegeben ist, wenn erhebliche tägliche Schmerzen, eine funktionelle Beeinträchtigung sowie radiologisch deutliche Gelenkspaltverschmälerungen bestehen (Hadorn & Holmes 1997, Mancuso et al. 1996, Naylor & Williams 1996, Washington State Department of Labor and Industries 2003, Jordan et al. 2003).

Für den vorliegenden Qualitätsindikator wurden die radiologischen Kriterien des Kellgren- und Lawrence-Scores in ein Punkteschema (0 bis 8 Punkte) überführt, anhand dessen die Schwere eines Gelenkverschleißes eingeschätzt werden kann.

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005

Obwohl der Qualitätsindikator inhaltlich in Fachkreisen kontrovers diskutiert wird, da die Indikationsstellung nicht leicht in Datenfeldern abgefragt werden kann, kam der Indikator im Strukturierten Dialog 2006 zum Erfassungsjahr 2005 in 12 von 16 Bundesländern zum Einsatz. Von 46 angeschriebenen Krankenhäusern wurden 32-mal Dokumentationsprobleme als Ursache der Auffälligkeit angegeben. Fünf Krankenhäuser wurden als qualitativ auffällig eingestuft. Weitere 27 Krankenhäuser werden gezielt im Folgejahr beobachtet.

Bewertung der Ergebnisse 2006

Die Gesamtrate der Fälle, die die von der BQS-Fachgruppe festgelegten klinischen und radiologischen Indikationskriterien zur Implantation einer Knie-Totalendoprothese erfüllen, ist im Jahr 2006 gegenüber dem Vorjahr angestiegen (von 83,55 auf 86,19%). Da sie aber weiterhin den Referenzbereich von mindestens 90% nicht erreicht, wird hier von der Fachgruppe besonderer Handlungsbedarf gesehen. Hinzu kommt, dass die Spannweite der Krankenhausergebnisse von 6,8 bis 100% aus Sicht der Fachgruppe schwer zu erklären ist.

Es besteht dringender Klärungsbedarf, wo die Ursachen dieses auffälligen Ergebnisses liegen. Die im Strukturierten Dialog genannten Dokumentationsprobleme erklären diese Auffälligkeiten nicht ausreichend. Die Fachgruppe ist sich der Tatsache bewusst, dass sich die Indikationsstellung zu einer Knie-TEP nur schwierig allgemeingültig festlegen lässt, da heute nicht nur röntgenologische Verfahren zur Erfassung der Arthrose zur Verfügung stehen, sondern auch Alternativen, z.B. die Kernspintomographie oder die Arthroskopie. Diese Verfahren sind in den Datensätzen und Qualitätsindikatoren bislang nicht berücksichtigt.

Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass bei diesem Indikator wie im Vorjahr das Qualitätsziel nicht erreicht wurde.

Detailliertere Empfehlungen zur Indikationsstellung in den Leitlinien der Fachgesellschaften (Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, Deutsche Gesellschaft für Chirurgie) sind aus Sicht der Fachgruppe erforderlich.