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Qualitätsziel

Tod durch operative Komplikationen

Selten Todesfälle am Tag oder am Folgetag der Transplantation

Hintergrund des Qualitätsindikators

Die sorgfältige medizinische Evaluation des Organspenders und des Transplantatempfängers sowie neue operative Verfahren helfen, Risikofaktoren bei Spender und Empfänger präoperativ weitestgehend zu kontrollieren. Hierdurch kann inzwischen eine niedrige Inzidenz von intra- und perioperativen Todesfällen verzeichnet werden.

Nach den Registerauswertungen von Burroughs et al. (2006) sind von 21.605 Transplantierten 264 (1,22%) Patienten intraoperativ verstorben. Dies macht etwa 7% der Todesursachen in den ersten drei Monaten nach Transplantation aus. Zu den unmittelbaren Operationskomplikationen, die häufig mit Todesfällen einhergehen, gehören das primäre Transplantatversagen, schwere Blutungen und das Multiorganversagen (Bramhall et al. 2001).

Die perioperative Letalität kann sowohl durch die Güte des Spendertransplantats als auch durch die Grunderkrankung des Empfängers maßgeblich beeinflusst werden (Bramhall et al. 2001). So kann beispielsweise die intraoperative Sterberate bei hepatozellulären Karzinomen zwischen 0,9 und 5% betragen (Makuuchi & Sano 2004; Poon & Fan 2004).

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005

Erfahrungen aus dem Strukturierten Dialog liegen noch nicht vor, da für den Leistungsbereich Lebertransplantation erstmalig im Jahr 2006 eine Dokumentationspflicht für die externe vergleichende Qualitätssicherung bestand.

Bewertung der Ergebnisse 2006

Die Inzidenz von Todesfällen in der unmittelbaren perioperativen Phase, d.h. am OP- oder Folgetag ist mit einer Gesamtrate von 2,34% insgesamt niedrig. Die Spannweite der Krankenhausergebnisse reichte von 0,0 bis 20,0%. Die Sterblichkeit am OP- oder Folgetag kann am ehesten auf die unmittelbare operative Versorgung bezogen werden, während für die In-Hospital-Letalität mehr Aspekte der Versorgungsqualität betrachtet werden.

Nach Auffassung der BQS-Fachgruppe ist das Ergebnis zu diesem Qualitätsindikator Ausdruck einer guten perioperativen Versorgungsqualität. Jedoch sollten in diesem Zusammenhang auch die Krankenhausergebnisse zur gesamten In-Hospital-Letalität berücksichtigt werden und nach Vorliegen der Ergebnisse aus dem Strukturierten Dialog gegebenenfalls mit der wissenschaftlichen Fachgesellschaft diskutiert werden.

In der wissenschaftlichen Fachliteratur gibt es kaum Vergleichsdaten zu Letalitätsraten in diesem Beobachtungszeitraum. Zieht man verschiedene Daten des europäischen Lebertransplantationsregisters (ELTR) heran, ergibt sich durch Abgrenzung der „1-Wochen-Letalität“ (7%, 1988-2005) und der „Letalität intraoperativ“ (1,22%, 1988-2003) (Burroughs et al. 2006) eine Letalitätsrate für Patienten, die nach der Transplantations-OP, aber vor Ablauf einer Woche verstorben waren, von 5,78%.

Die auffälligen Ergebnisse von fünf Krankenhäusern, die eine Letalitätsrate aufgrund postoperativer Komplikationen von über 5% dokumentierten, werden im Strukturierten Dialog analysiert.