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Qualitätsziel

Postoperatives Präparatröntgen

Möglichst viele Eingriffe mit postoperativem Präparatröntgen nach präoperativer Drahtmarkierung durch Mammographie

Hintergrund des Qualitätsindikators

Nicht tastbare, nur mammographisch nachweisbare, abklärungsbedürftige Gewebeläsionen erfordern weitere diagnostische Maßnahmen bis zum Vorliegen eines definitiven pathologischen Befundes. Diese Läsionen müssen präoperativ durch möglichst exakte Platzierung eines Markierungsdrahtes eindeutig lokalisiert werden. Bei radiologischer Markierung muss das exzidierte Gewebe unmittelbar nach seiner Entfernung geröntgt (Präparat-Radiographie) werden. Die Radiographie muss auch dem Pathologen zur Verfügung gestellt werden. Dieser Indikator bildet innerhalb der Versorgungskette wichtige Schnittstellen zwischen dem Operateur, dem Radiologen und dem Pathologen ab (Kreienberg et al. 2004; Schulz & Albert 2003).

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005

Der Strukturierte Dialog auf der Basis abweichender Daten im Erfassungsjahr 2005 wurde mit 333 Krankenhäusern durchgeführt. 221 Krankenhäuser haben Fehler in der Dokumentation, 31 Krankenhäuser besondere, gut begründete Einzelfälle angegeben. 23 Abteilungen gaben ursächlich Qualitätsmängel an.

Nach Analyse der Stellungnahmen im Strukturierten Dialog wurden 42 Krankenhäuser als qualitativ auffällig eingestuft und erforderliche Maßnahmen ergriffen. Weitere 177 Häuser stehen unter besonderer Beobachtung.

Diese Tatsachen widersprechen der Aussage, dass dieser Indikator einseitig die Qualität der Dokumentation, nicht aber der Versorgung überprüfe.

Bewertung der Ergebnisse 2006

Die BQS-Fachgruppe bewertet die Ergebnisse für diesen Indikator als unzureichend: In 83,92% aller Fälle mit präoperativer Drahtmarkierung wurde postoperativ ein Präparatröntgen dokumentiert. Die Ergebnisse zu diesem Indikator konnten in den vergangenen Jahren in bemerkenswerter Weise verbessert werden (2003: 36,02%, 2004: 57,43%, 2005: 65,01%). Dies dürfte zum einen auf einen erfolgreichen Strukturierten Dialog und die Implementierung der deutschen S3-Leitlinien und zertifizierter Brustzentren zurückzuführen sein. Zum anderen hat die Vergangenheit gezeigt, dass die entsprechenden Datenfelder nicht immer korrekt interpretiert und dokumentiert wurden. Die BQS-Fachgruppe hat deshalb das entsprechende Datenfeld für das Erfassungsjahr 2006 präzisiert.

Die Ergebnisse dieses Indikators zeigen, dass das Qualitätsziel nicht erreicht wurde. Die Ergebnisse der BQS-Bundesauswertung 2006 erfordern also eine konsequente Fortführung des Strukturierten Dialogs, eine Thematisierung auf Fachkongressen und eine flächendeckende Implementierung der nationalen S3-Leitlinien.

Als weiteres auffälliges Ergebnis zu diesem Indikator wertet die Fachgruppe die Tatsache, dass 290 von 1.086 dokumentierenden Krankenhäusern 0 Fälle in der Grundgesamtheit „präoperative Drahtmarkierungen“ haben. Diese 290 Häuser dokumentierten im Jahr 2006 insgesamt 2.727 Brustoperierte bei einem Anteil von 21,7% nicht tastbaren Befunden. Die Fachgruppe bezweifelt, dass diese Brusteingriffe durchgängig leitliniengerecht erfolgten.