Qualitätsziel
Keine Todesfälle nach Nierenlebenspende
Hintergrund des Qualitätsindikators
Da die Lebendspende freiwillig ist und einen Eingriff in die Gesundheit des Spenders
darstellt, sollte das Risiko einer relevanten Gefährdung des Spenders möglichst
gering gehalten und jeder einzelne Todesfall nach Nierenlebendspende analysiert
werden.
Aufgrund der Seltenheit des Ereignisses „Tod des Lebendspenders“ liegen
in der wissenschaftlichen Literatur keine verlässlichen Daten zur perioperativen
Sterblichkeit von Nierenorganspendern vor. Soweit Todesfälle im ersten
Jahr nach Nierenlebendspende berichtet werden, wird deren Häufigkeit mit
deutlich unter 1% angegeben (Najarian et al. 1992, Tooher
et al. 2004). Die
Haupttodesursachen in den beschriebenen Fällen waren Lungenembolie und
kardiovaskuläre Erkrankungen.
Die Veröffentlichung der Daten aus dem nationalen französischen
Lebendspenderregister, das 267 Nierenspender im Zeitraum Mai 2004 bis September
2005 erfasst hat, zeigt keinen Todesfall nach Nierenlebendspende (Pessione & Granger
2006). In Frankreich erfolgt seit 2004 eine verpflichtende Registrierung aller
Lebendorganspender.
Das Schweizer Lebendspenderregister registrierte im Beobachtungszeitraum 1993
bis 2005 unter 737 Nierenlebendspendern keinen Todesfall, der in kausalem Zusammenhang
mit der Organspende stand (Thiel et al. 2005).
Zur Untersuchung der Spendersterblichkeit berichteten D’Alessandro et
al. (1995) in einer Analyse von 681 Nierenlebendspendern in einem Zeitraum
von 20 Jahren über einen an Lungenembolie verstorbenen Lebendspender.
Bei der Analyse von Nachbeobachtungsdaten von 464 Nierenlebendspendern in einem
Zeitraum von 20 bis 37 Jahren berichteten Ramcharan & Matas (2002) von
drei verstorbenen Lebendspendern mit Nierenversagen.
In einer Studie eines Transplantationszentrums zur Nachuntersuchung von 152
Nierenlebendspendern mit einem durchschnittlichen Nachbeobachtungszeitraum
von elf Jahren wird berichtet, dass kein Spender aufgrund von Nierenerkrankungen
verstorben ist (Gossmann et al. 2006).
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005
Erfahrungen aus dem Strukturierten Dialog liegen noch nicht vor, da für den Leistungsbereich Nierenlebendspende erstmalig im Jahr 2006 eine Dokumentationspflicht
für die externe vergleichende Qualitätssicherung bestand.
Bewertung der Ergebnisse 2006
Kein Nierenlebendspender ist im Erfassungsjahr 2006 nach der Nierenlebendspende
verstorben.
Nach Meinung der BQS-Fachgruppe „Pankreas- und Nierentransplantation,
Nierenlebendspende“ entspricht das Ergebnis den Anforderungen, da es
sich um einen Eingriff an Gesunden handelt und eine Gefährdung für
das Leben der Spender durch eine sorgfältige präoperative Evaluation
vermieden werden kann.