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Qualitätsziel

Nach postmortaler Organspende

Selten schlechte Transplantatfunktion bei Entlassung

Hintergrund des Qualitätsindikators

Die Nierenfunktion ist ein Indikator, der recht zuverlässig die Organüberlebenswahrscheinlichkeit vorhersagen kann, noch bevor es zu Abstoßungsepisoden kommt.

Bei der Bewertung der Nierenfunktion nach Nierentransplantation spielt die Spenderorganqualität eine Rolle, so dass bei diesem Qualitätsindikator nach postmortaler und Lebend-Organspende unterschieden wird.

Der Anteil von Patienten mit funktionierendem Nierentransplantat nach postmortaler Organspende liegt nach fünf Jahren bei 71%. Bei Empfängern von Nierenlebendspenden liegt der Anteil funktionierender Transplantate nach fünf Jahren bei 84% (DSO-Jahresbericht 2005, n=16.793).

Die Nierenfunktion, gemessen an der glomerulären Filtrationsrate (GFR), der Kreatinin-Clearance und dem Serum-Kreatinin-Wert, eignet sich gut zur Langzeitprognose und zur Steuerung des immunsuppressiven Therapieregimes.

Hariharan et al. (2002) analysierten die Daten von 105.742 Transplantationspatienten und konnten zeigen, dass ein Serum-Kreatinin-Wert von unter 1,5mg/dl sechs Monate nach der Transplantation mit einer 5-Jahres-Organüberlebensrate von etwa 80% assoziiert ist. Serum-Kreatinin-Werte von 2,6 bis 3,0mg/dl ergaben nur eine 5-Jahres-Überlebensrate von 55%. Kasiske et al. (2001) untersuchten verschiedene Nierenfunktionsbestimmungsmethoden auf ihr Vorhersagevermögen für das Organüberleben.

Nach ihrem Ergebnis waren eine Zunahme des Serum-Kreatinin-Wertes um mehr als 40% und eine Abnahme der Kreatinin-Clearance unter 45ml/dl die zuverlässigsten Prädiktoren.

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005

Erfahrungen aus dem Strukturierten Dialog liegen noch nicht vor, da für den Leistungsbereich Nierentransplantation erstmalig im Jahr 2006 eine Dokumentationspflicht für die externe vergleichende Qualitätssicherung bestand.

Bewertung der Ergebnisse 2006

Die Gesamtrate der Krankenhausergebnisse an Patienten, die nach Nierentransplantation mit postmortal gespendetem Organ eine schlechte Kreatininclearance (<20ml/min) aufwiesen oder zum Zeitpunkt der Entlassung dialysepflichtig waren, lag bei 11,51%. Die Spannweite reichte von 0,0 bis 30,4%.

In der Gruppe der nierentransplantierten Patienten nach Nierenlebendspende lag die Gesamtrate an Patienten mit schlechter Transplantatfunktion zum Zeitpunkt der Entlassung bei 7,65%. Die Spannweite betrug 0,0 bis 34,6%.

Diese Ergebnisse sind nach Einschätzung der BQS-Fachgrupppe Pankreas- und Nierentransplantation Ausdruck guter Behandlungsqualität.

Bei der Beurteilung der Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ist zu berücksichtigen, dass sich eine initial eingeschränkte Transplantatfunktion im zeitlichen Verlauf nach der Transplantation verbessern kann und Patienten nach der Nierentransplantation zu unterschiedlichen Zeitpunkten entlassen werden.

Die Dauer der postoperativen Verweildauer nach Nierentransplantation kann so möglicherweise Einfluss auf das Ergebnis zu diesem Qualitätsindikator haben.

Zwei Krankenhäuser dokumentierten bei mehr als 30% ihrer nierentransplantierten Patienten nach postmortaler Organspende eine schlechte Kreatininclearance (<20ml/min) oder eine Dialysepflicht zum Zeitpunkt der Entlassung und drei Krankenhäuser dokumentierten bei mehr als 20% der nierentransplantierten Patienten nach Lebendorganspenden eine schlechte Kreatininclearance (<20ml/min) oder Dialysepflicht bei Entlassung.

Eine Analyse dieser auffälligen Ergebnisse wird im Strukturierten Dialog mit den Krankenhäusern durchgeführt.