Qualitätsziel
Möglichst oft Ischämiezeichen bei führender Indikation „bekannte KHK“ oder „V.a. KHK bzw. Ausschluss KHK“ oder „elektive Kontrolle nach Koronarintervention“, d.h. die Indikation sollte durch Klinik und Befunde gestützt werden
Hintergrund des Qualitätsindikators
Die Koronarangiographie liefert morphologische Befunde über das Koronargefäßsystem. Dabei werden vor allem Art und Ausmaß evtl. vorhandener Stenosen beurteilt.
Die invasive Koronardiagnostik ist v.a. indiziert, wenn ein hinreichender Verdacht auf eine koronare Durchblutungsstörung besteht und wenn man sich von einer revaskularisierenden Therapie eine wesentliche Verbesserung der Beschwerden und der Prognose erhoffen kann (Rutsch et al. 2002). Zudem sollte in der Regel die klinische Symptomatik (z.B. Angina pectoris, Dyspnoe oder akutes Koronarsyndrom) oder nichtinvasive Diagnostik (Belastungs-EKG o.Ä.) auf eine koronare Ischämie hinweisen. Liegen keine Angina Pectoris oder sonstige Ischämiezeichen vor, so ist eine Koronarangiographie nur in begründeten Einzelfällen indiziert.
Auch nach Revaskularisationseingriff (Bypassoperation oder PCI) ohne wieder aufgetretene Angina pectoris oder andere Ischämiekriterien besteht keine Indikation zur erneuten Koronarangiographie im Sinne einer „Kontrollangiographie“ (Dietz et al. 2003, Scanlon et al. 1999).
Zu berücksichtigen ist, dass die Erfassung von Ischämiezeichen einer gewissen Unschärfe und die von Angina pectoris-Symptomen einer gewissen Subjektivität unterliegt. Die „Vorhersagewahrscheinlichkeit“ in Bezug auf KHK ist daher in hohem Maße vom Erfahrungsstand des Arztes abhängig.
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005
Im Strukturierten Dialog zum Erfassungsjahr 2005 wurden in neun Bundesländern 22 Krankenhäuser um eine Stellungnahme gebeten. In fünf Krankenhäusern wurde eine qualitative Auffälligkeit festgestellt.
Bewertung der Ergebnisse 2006
Die Gesamtrate hat sich mit 91,03% gegenüber dem Vorjahr (90,80%) verbessert.
Der Qualitätsindikator misst nicht, ob ein optimales Versorgungsniveau vorliegt, sondern definiert einen Mindeststandard. Krankenhäuser, die besonders häufig Koronarangiographien durchführen, ohne dass ein Ischämiezeichen vorliegt, unterschreiten diesen Mindeststandard. Auffällig sind daher insbesondere einige wenige Krankenhäuser mit Ergebnissen, die als Ausreißer imponieren.
Die Gesamtrate liegt deutlich über dem Referenzbereich und ist gegenüber dem Jahr 2005 angestiegen. Da darüber hinaus nur wenige Krankenhäuser sehr niedrige Raten aufweisen, kann eine gute Versorgungsqualität festgestellt werden.