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Qualitätsziel

Erreichen des wesentlichen Interventionsziels bei PCI

Möglichst oft Erreichen des wesentlichen Interventionsziels bei PCI

Hintergrund des Qualitätsindikators

„Eine Katheterintervention wird als erfolgreich angesehen, wenn sie ohne klinische Komplikationen ... zu einem guten angiographischen Ergebnis geführt hat .... Eine PCI wird als klinisch erfolgreich eingestuft, wenn sie ... auch zu einer wesentlichen Besserung oder zu einem Verschwinden von Beschwerden und Befunden einer Myokardischämie geführt hat“ (Rutsch et al. 2002).

Ein angiographischer Erfolg wird von der amerikanischen Leitlinie bei Eingriffen ohne Stent als eine Reststenose <50% und mit Stent als eine Reststenose <20% definiert (Smith et al. 2006).

Das „Erreichen des wesentlichen Interventionsziels“ ist bei diesem Qualitätsindikator wie folgt definiert: „nach Einschätzung des Untersuchers: im Allgemeinen angiographische Residualveränderung des dilatierten Segments unter 50%.“

Eine besondere Bedeutung für den angiographischen Erfolg hat die Morphologie der Zielläsion. Insbesondere Gefäßkrümmungen mit einem Winkel über 90 Grad proximal der Stenose können das Erreichen und die Passage der Läsion mit Führungsdraht bzw. Ballon oder Stent unmöglich machen. Weitere Risiken stellen Arterien mit einem Durchmesser unter 2,5mm und besonders lange Läsionen dar.

Für Patienten mit „klassischem“ Herzinfarkt rückt die PCI als Behandlungsoption immer mehr in den Mittelpunkt, nachdem früher die intravenöse Fibrinolyse alleinige Therapie der Wahl war.

Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (Hamm 2004) unterscheidet als Optionen

  • die sogenannte Primär- oder Direkt-PCI, d.h. die alleinige Ballondilatation ohne Lysetherapie z.B. bei Kontraindikation zur Fibrinolyse
  • die facilitated PCI, d.h. eine Kombination von intravenöser Fibrinolyse und sofort anschließender Ballondilatation.

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005

Im Strukturierten Dialog zum Erfassungsjahr 2005 wurden in acht Bundesländern 15 Krankenhäuser zu dieser Kennzahl um eine Stellungnahme gebeten. In einem Krankenhaus wurde eine qualitative Auffälligkeit festgestellt. In 15 Fällen werden die Ergebnisse des Folgejahres gezielt nachkontrolliert.

Bewertung der Ergebnisse 2006

Gerade bei der interventionellen Behandlung des akuten Koronarsyndroms mit ST-Hebung (Myokardinfarkts) ist der angiographische Erfolg der PCI einer der stärksten Prädiktoren für das Überleben der Patienten. Deshalb müssen unterdurchschnittliche Erfolgsraten bei dieser Kennzahl als relevantes Qualitätsdefizit betrachtet werden.

Der angiographisch gemessene Interventionserfolg gelang im Jahr 2006 in 93,18% der Fälle bei Infarkt-PCI. Diese Erfolgsrate ist – valide Daten vorausgesetzt – erfreulich hoch. Nur wenige Krankenhäuser blieben unter dem Referenzbereich von mindestens 85%.