Qualitätsziel
Selten intra- oder postprozedurale Todesfälle
Hintergrund des Qualitätsindikators
Bis zum Erfassungsjahr 2005 wurden Komplikationen nach einer PCI im BQS-Datensatz in einem Beobachtungszeitraum von maximal 36 Stunden nach dem letzten Eingriff erfasst. Die Absicht dieser Vorgehensweise war, die Erfassung spezifisch auf eingriffsabhängige Komplikationen zu fokussieren. Erst seit 2006 wird das Auftreten von Komplikationen über den gesamten stationären Aufenthalt bis zur Entlassung des Patienten nachverfolgt. Somit sind die Ergebnisse der BQS-Bundesauswertung 2006 erstmalig mit internationalen In-Hospital-Mortalitätsangaben vergleichbar.
Das Sterblichkeitsrisiko bei einer PCI ist erhöht, wenn sich während der Intervention ein Koronarverschluss ereignet. Das Risiko, eine PCI nicht zu überleben, hängt aber auch von Vor- und Begleiterkrankungen und vom Schweregrad der Grunderkrankung ab. Zu diesen Einflussfaktoren gehören höheres Lebensalter, weibliches Geschlecht, Diabetes, Vorinfarkt, Mehrgefäßerkrankung, Hauptstammstenose, großes abhängiges Myokardareal, schlechte linksventrikuläre Funktion oder eine eingeschränkte Nierenfunktion (Rutsch et al. 2002).
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005
Im Strukturierten Dialog zum Erfassungsjahr 2005 wurden zur Kennzahl „Todesfälle: Patienten mit PCI“ 16 Krankenhäuser zu einer Stellungnahme aufgefordert. In drei Krankenhäusern wurde eine qualitative Auffälligkeit festgestellt. Zu beachten ist, dass sich die Ergebnisse des Vorjahres auf den alten Datensatz beziehen und daher nicht mit 2006 vergleichbar sind.
Bewertung der Ergebnisse 2006
Die In-Hospital-Mortalität ist in den Vorjahren in den BQS-Auswertungen deutlich unterschätzt worden, da bis dahin die Erfassung auf 36 Stunden begrenzt worden war. 2006 erfasste der Beobachtungszeitraum erstmals den gesamten Aufenthalt.
Für die Berechnung der Sterblichkeitsraten ab 2006 werden Daten aus dem administrativen Pflichtfeld „Entlassungsgrund“ herangezogen, so dass von einer hohen Datenvalidität ausgegangen werden kann.
Die Sterblichkeitsraten der Bundesauswertung 2006 entsprechen internationalen Vergleichsangaben:
- In-Hospital-Mortalität bei Koronarangiographien:
- 41 britische Zentren: 0,7% (West et al. 2006)
- BQS: 0,83%
- In-Hospital-Mortalität bei elektiven PCI:
- Österreich: 0,28% (Mühlberger et al. 2007)
- BQS: 0,21%.
- In-Hospital-Mortalität der PCI bei Herzinfarkt
- Österreich 2005: 3,9% (Mühlberger et al. 2007)
- BQS: 6,22%
Zu beachten ist, dass die Erfassung der Todesfallraten teilweise mit unterschiedlichen Erhebungsmethoden erfolgt.
Insgesamt ist damit eine zufriedenstellende Versorgungsqualität festzustellen, das Qualitätsziel wurde im Wesentlichen erreicht.