Logo + Home
 
   BQS Online    BQS Outcome    BQS Qualitätsindikatoren Datenbank

Qualitätsziel

Erste Blutgasanalyse oder Pulsoxymetrie

Immer die erste Blutgasanalyse oder Pulsoxymetrie innerhalb von acht Stunden nach der Aufnahme bei allen Patienten durchführen

Hintergrund des Qualitätsindikators

Sauerstoffmangel ist einer der wichtigsten Indikatoren zur Erkennung einer schweren Pneumonie und erhöhter kurzfristiger Sterbewahrscheinlichkeit (Meehan et al. 1997; AMA 2006). Diese Bestimmung kann mittels Blutgasanalyse oder mittels Pulsoxymetrie (unblutige Ermittlung der Sauerstoffsättigung durch die Haut) durchgeführt werden und soll innerhalb der ersten acht Stunden nach der Aufnahme vorgenommen werden (IDSA/ATS 2007).

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005

Der Strukturierte Dialog 2006 auf der Basis der Daten des Erfassungsjahres 2005 wurde mit 194 Krankenhäusern geführt. 56 Antworten verwiesen auf Dokumentationsprobleme. 83 Krankenhäuser benannten Mängel in Struktur- oder Prozessqualität, die das Ergebnis erzeugt hätten. In zehn Stellungnahmen wurde die stark abweichende klinische Situation durch besondere Therapien bzw. eine besondere Patientenklientel als Begründung für die Auffälligkeiten benannt. Als qualitativ auffällig wurden von den Landesgeschäftsstellen 16 Abteilungen bewertet.

Detaillierte Rückmeldungen haben gezeigt, dass in einigen Häusern im Einführungsjahr der Erfassung strukturelle Probleme (kein Pulsoxymetrie-Gerät vorhanden) festgestellt wurden. Ebenfalls wurde die Notwendigkeit der Untersuchung von einigen Häusern in Frage gestellt. Im Dialog mit diesen Häusern wurde deutlich, dass die Implementierung der in der S3-Leitlinie geforderten Behandlungsstandards noch nicht erfolgt war.

Teilweise wurde das Fehlen der Blutgasanalyse und Pulsoxymetrie auch damit begründet, dass die Diagnose Pneumonie erst zeitverzögert gestellt wurde und bei der Aufnahme noch nicht ersichtlich gewesen sei.

Von drei Landesgeschäftsstellen und ihren Arbeitsgruppen wird der Referenzbereich von 100% in Frage gestellt, da bei Niedrigrisikopatienten auf die Blutgasanalyse und Pulsoxymetrie verzichtet werden könne. Dieser Einschätzung widerspricht die BQS-Fachgruppe Pneumonie ausdrücklich.

Bewertung der Ergebnisse 2006

Die Gesamtrate ist im Vergleich zum letzten Jahr um 7,43 Prozentpunkte gestiegen. Dies zeigt eine klare Verbesserungstendenz. Die Rate liegt dennoch erheblich unter dem angestrebten Ziel der 100%igen Durchführung der Blutgasanalyse oder Pulsoxymetrie. Eine weitergehende Analyse zeigt, dass bei 19% der Patienten (38.319 Patienten) nicht nur verspätet nach acht Stunden, sondern überhaupt keine Blutgasanalyse oder Pulsoxymetrie durchgeführt wurde. Die frühzeitige Einschätzung der Oxygenierung ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Aufnahmediagnostik. Diese Daten weisen auf eine mögliche Fehlversorgung hin und zeigen besonderen Handlungsbedarf.

Aufgrund der großen Spannweite ist es möglich, dass einige Krankenhäuser systematisch auf die Bestimmung der Sauerstoffsättigung nach Aufnahme verzichten.

Gerade im Hinblick auf die einfache und kostengünstige Möglichkeit der Pulsoxymetrie ist dieses Ergebnis nicht zu akzeptieren und es sollte schnellstmöglich auf eine verbesserte Rate hingearbeitet werden. Die BQS-Fachgruppe Pneumonie empfiehlt daher weiterhin, auf Fachkongressen das Erfordernis des flächendeckenden und frühzeitigen Einsatzes dieser einfach durchführbaren diagnostischen Maßnahme zu unterstreichen sowie auf eine umfassende Implementierung der S3-Leitlinie hinzuwirken.