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Qualitätsziel

Bestimmung der klinischen Stabilitätskriterien

Immer vollständige Bestimmung der klinischen Stabilitätskriterien vor der Entlassung

Hintergrund des Qualitätsindikators

Patienten, die in klinisch stabilem Zustand aus der stationären Behandlung entlassen werden, weisen ein niedrigeres Letalitätsrisiko auf. Ebenfalls ist eine stationäre Wiederaufnahme seltener erforderlich und diese Patienten erreichen häufiger das Aktivitätsniveau, das ihnen vor der Erkrankung möglich war (Halm et al. 1998; Halm et al. 2002; BTS 2004; Höffken et al. 2005). Die Bestimmung der sieben Stabilitätskriterien vor der Entlassung ist daher als unverzichtbarer diagnostischer Schritt anzusehen und der Referenzbereich dementsprechend bei 100% festgelegt worden.

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2005

Im Rahmen des Strukturierten Dialogs 2006 wurden 278 Aufforderungen zur Stellungnahme versandt. In 83 Fällen lagen Dokumentationsprobleme vor und in 104 Fällen wurden Mängel der Struktur- und Prozessqualität genannt. Eine besondere klinische Situation durch besondere Patienten oder Therapien wurde in 26 Fällen als Ursache benannt. 19 Abteilungen wurden als qualitativ auffällig bewertet.

Weitere Rückmeldungen aus dem Strukturierten Dialog 2006 zeigten, dass in einigen Krankenhäusern Fehldokumentionen aufgetreten waren, da die Untersuchungen zwar vor dem Entlassungstag durchgeführt worden waren, aber der Eintrag nicht wie im Datenfeld und in Ausfüllhinweisen beschrieben erfolgt ist.

Andere Krankenhäuser bzw. Arbeitsgruppen auf Landesebene hatten geäußert, dass eine Messung der Atemfrequenz bzw. des Sauerstoffgehalts vor der Entlassung bei jungen, gesunden und klinisch stabilen Patienten als nicht sinnvoll angesehen wurde. Dieser Einschätzung widerspricht die BQS-Fachgruppe ausdrücklich.

Bewertung der Ergebnisse 2006

Die Gesamtrate ist im Vergleich zum Vorjahr um 7,39 Prozentpunkte angestiegen, erreicht aber nicht das Ziel von 100%. Es besteht besonderer Handlungsbedarf.

Von den sieben geforderten Untersuchungen wurden Blutdruck, Herzfrequenz, Temperatur, Bewusstseinszustand und Nahrungsaufnahme zu jeweils 96 bis 100% dokumentiert. Problematisch war die Situation bei der Bestimmung der spontanen Atemfrequenz und der Sauerstoff-Sättigung, die nur in 81% bzw. 56% der Fälle erhoben wurden.

Im Strukturierten Dialog zu den Daten des Erfassungsjahres 2006 sollte darauf hingewirkt werden, dass auch die Messung der spontanen Atemfrequenz und der Sauerstoffsättigung als Standarduntersuchungen vor Entlassung etabliert werden.

Bei Krankenhäusern, die die klinischen Stabilitätskriterien nicht gemessen haben, ist die Aussagekraft des Ergebnisindikators „Entlassung nach Hause in klinisch stabilem Zustand” eingeschränkt. Da diese Information auch für das interne Qualitätsmanagement relevant ist, wird empfohlen, auf eine umfassende Implementierung der S3-Leitlinie hinzuwirken und das Erfordernis der Bestimmung der klinischen Stabilitätskriterien zu verdeutlichen.