Qualitätsziel
Seltenes Auftreten einer postoperativen Nierenfunktionsstörung
Hintergrund des Qualitätsindikators
Operationen an der Aortenklappe werden ausschließlich unter Verwendung der Herz-Lungen-Maschine durchgeführt. Während der extrakorporalen Zirkulation kommt es zu einer Umverteilung des renalen Blutflusses und einer Erhöhung des renalen vaskulären Widerstands. Renaler Blutfluss und glomeruläre Filtrationsrate nehmen ab. Diese Veränderungen können zu einer postoperativen Nierenfunktionsstörung führen.
Insbesondere sind Patienten in höherem Lebensalter, Patienten mit präoperativer Herzinsuffizienz, insulinpflichtigem Diabetes mellitus und präexistierender Nierenerkrankung gefährdet.
Das Auftreten einer postoperativen Nierenfunktionsstörung ist mit einer deutlich erhöhten Sterblichkeit assoziiert. Diese beträgt 19% gegenüber 0,9% bei Patienten ohne renale Komplikationen und steigt bis auf 63%, wenn eine Dialysebehandlung erforderlich wird (Mangano et al. 1998).
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Im Strukturierten Dialog zu den Ergebnissen des Erfassungsjahres 2006 wurden drei Krankenhäuser kontaktiert. Alle drei Krankenhäuser haben umfangreiche Analysen durchgeführt, in die neben der herzchirurgischen Abteilung auch andere Abteilungen, etwa die Abteilung für Intensivmedizin oder die Nephrologie, einbezogen wurden. Alle drei Krankenhäuser haben nach Abschluss der internen Analyse Veränderungen an ihren Behandlungsprozessen angekündigt. Kein Krankenhaus lag im Erfassungsjahr 2007 im auffälligen Bereich.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Die Gesamtrate von 2,4% spricht nach Einschätzung der BQS-Fachgruppe Herzchirurgie für eine sehr gute Versorgungsqualität. Die Einschränkung der Nierenfunktion nach einem herzchirurgischen Eingriff ist in den meisten Fällen nur vorübergehend und normalisiert sich im Verlauf von Wochen oder Monaten nach der Operation. Ein Krankenhaus lag jedoch mit seinen Ergebnissen in allen drei herzchirurgischen Leistungsbereichen oberhalb des Referenzbereichs von höchstens 7% und wird im Strukturierten Dialog um Stellungnahme gebeten.