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Qualitätsziel

Präoperative Diagnostik

Bei extrahepatischer Cholestase immer präoperative Abklärung der extrahepatischen Gallenwege

Hintergrund des Qualitätsindikators

Stauungen der Gallenflüssigkeit, deren Ursache außerhalb der Leber liegen (extrahepatische Cholestase), können durch einen Verschluss der großen Gallenwege durch Gallengangsteine (Choledocholithiasis), Zysten oder Parasiten, durch Verengungen der Gallenwege oder durch Tumore hervorgerufen werden. Da sich die notwendigen Therapien in diesen Fällen erheblich voneinander unterscheiden, ist eine differenzierte präoperative Diag­nos­tik erforderlich.

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006

Den Ergebnissen des Strukturierten Dialogs 2007 zu den Daten des Er­fas­sungs­jahres 2006 kann entnommen werden, dass von den 114 als rechnerisch auffällig gemeldeten Krankenhäusern 70 um eine Stellungnahme gebeten wurden. Über die Hälfte dieser Krankenhäuser (36 von 70) gibt Dokumen­ta­tions­probleme als Begründung für das abweichende Kranken­hausergebnis an. Gründe dafür sind bei diesem Indikator z.B. die Nichtberücksichtigung der Ausfüllhinweise (externe Befunde und Wertigkeit der Sonographie). Abschließend wurden sieben Krankenhäuser als qualitativ auffällig eingestuft. Zu beachten ist, dass aus der Gruppe der als unauffällig klassifizierten Krankenhäuser 47 unter besonderer Beobachtung im Folge­jahr stehen.

Trotz der langen Dokumentationspraxis im Leistungsbereich Cholezystektomie werden im Stellungnahmeverfahren auffällige Krankenhausergebnisse zu einem hohen Anteil mit Dokumentationsproblemen begründet. Als Ursachen für die zum Teil hohen Quoten an Dokumentationsmängeln werden unter anderem genannt:

  • Fehldokumentation durch menschliche Fehler oder Missverständnisse
  • Softwareprobleme
  • organisatorische Probleme wie z.B. Nichtbeachtung der Ausfüllhinweise, Personalmangel und Fluktuation beim dokumentierenden Kranken­haus­personal oder Unschärfen in der Beurteilung von Einstufungen (z.B. der ASA-Klassifikation)

Die Antworten der zur Stellungnahme aufgeforderten Krankenhäuser wurden im Zuge des Strukturierten Dialogs in qualitative Kategorien eingestuft. Jeder Einstufung liegt die differenzierte Beschäftigung der Landes­arbeits­gruppen mit der einzelnen Stellungnahme zugrunde. Als Ergebnis dieser Einstufung wurde ein Teil der Krankenhäuser als qualitativ auffällig bewertet. Eine größere Zahl von Krankenhäusern steht im Folgejahr unter Beobach­tung. Gibt ein solches Krankenhaus erneut Dokumentationsmängel als Begrün­dung einer rechnerischen Auffälligkeit an, kann es als qualitativ auffällig eingestuft werden.

Bewertung der Ergebnisse 2007

Bei extrahepatischer Cholestase muss leitlinienkonform (Lammert et al. 2007) eine präoperative Abklärung der extrahepatischen Gallengänge erfolgen. Die Gesamtrate lag bei 96,5% und zeigte damit eine weitere Verbesserung des Gesamtergebnisses im Vergleich zu den Vorjahren (2006: 95,6%; 2005: 95,0%; 2004: 95,2%; 2003: 94,7%).

Die Spannweite der Ergebnisse bei Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen in dieser Grundgesamtheit lag zwischen 74,2 und 100% und wird von der BQS-Fachgruppe weiterhin als auffällig gewertet. 32 von 192 Kranken­häusern mit mindestens 20 Fällen erreichten nicht den festgelegten Referenz­bereich von mindestens 95%. Diese Kranken­haus­ergebnisse müssen im Strukturierten Dialog analysiert werden.

Insgesamt konstatiert die BQS-Fachgruppe eine gute Versorgungssituation mit punktuellem Handlungsbedarf.