Qualitätsziel
Häufig Anwesenheit eines Pädiaters bei Geburt von lebend geborenen Frühgeborenen mit einem Schwangerschaftsalter von 24+0 bis unter 35+0 Wochen
Hintergrund des Qualitätsindikators
Früh geborene Kinder sollen durch spezialisierte Ärzte versorgt werden. Hierbei soll ein Pädiater (Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin) vor der Geburt dieser Kinder anwesend sein und das Kind direkt nach der Entbindung kinderärztlich versorgen. In der Geschichte der Perinatalerhebung war der Pädiater der für die Behandlung von Frühgeborenen spezialisierte Arzt. In der Zukunft soll der Entwicklung in der Kinderheilkunde Rechnung getragen werden und für die Behandlung von Frühgeborenen der im Schwerpunkt Neonatologie spezialisierte Kinderarzt hinzugezogen werden.
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
2006 wurden 183 Krankenhäuser im Rahmen des Strukturierten Dialogs um eine Stellungnahme gebeten. In 72 Fällen wurde die Auffälligkeit auf Dokumentationsmängel zurückgeführt. In 63 Krankenhäusern lagen – durch die Epikrise gestützt – besondere Einzelfälle vor. Als Ergebnis des Dialogs wurden 19 Einrichtungen als qualitativ auffällig bewertet, von denen drei bereits wiederholt als auffällig bewertet wurden. Bemerkenswert ist, dass 110 Abteilungen als unauffällig eingestuft, aber zur Beobachtung im Folgejahr vorgemerkt wurden.
Bewertung der Ergebnisse 2007
In 91,4% der Geburten von Frühgeborenen ist die Anwesenheit eines Pädiaters dokumentiert worden. Die Gesamtrate ist im Vorjahresvergleich erneut angestiegen und liegt nunmehr erstmals seit vier Jahren, in denen ein kontinuierlicher Anstieg der Gesamtrate festzustellen war, innerhalb des Referenzbereiches.
Die Spannweite der Krankenhausergebnisse hat sich gegenüber dem Vorjahresergebnis (0,0 bis 100,0%) deutlich verringert und liegt 2007 bei 43,5 bis 100,0%. Insgesamt waren 2007 nach dem rechnerischen Algorith-mus der BQS 386 Krankenhäuser auffällig, davon 56 mit mindestens 20 Fällen.
Die BQS-Fachgruppe bewertet das Ergebnis zu diesem Indikator trotz der festgestellten Verbesserung als nicht zufriedenstellend und sieht weiterhin Handlungsbedarf. Die Versorgungsqualität zu diesem Indikator muss weiter im Verlauf beobachtet werden, da aufgrund der Vorgaben der Strukturvereinbarung bei jeder Geburt eines Kindes von unter 35 Wochen ein Kinderarzt anwesend sein sollte. Ausnahmen sind nur durch unabwendbare Notfälle begründbar. Daher eignet sich dieser Qualitätsindikator auch als ein Prüfkriterium für die Umsetzung von Teilen der Strukturvereinbarung in den Perinatalzentren Level 1 bis 2 und Perinatalen Schwerpunkten (Level 3).
Die BQS-Fachgruppe empfiehlt dringend, bei den wiederholt auffälligen Krankenhäusern zeitnah erforderliche Maßnahmen zu ergreifen.