Qualitätsziel
Geringe Azidoserate bei reifen lebend geborenen Einlingen mit Nabelarterien-pH-Bestimmung
Hintergrund des Qualitätsindikators
In der wissenschaftlichen Literatur wird ein Nabelarterien-pH-Wert von unter 7,0 als kritisch angesehen, weil er mit einem Anstieg von Sterblichkeit und bleibenden Schäden verknüpft ist (Goldaber et al. 1991, ACOG 1998). Allerdings trägt ein hoher Anteil der Kinder mit niedrigen pH-Werten keine permanenten Schäden davon. Trotz dieser eingeschränkten Spezifität gibt der Indikator wichtige Hinweise auf die Qualität des geburtshilflichen Managements.
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
78 Krankenhäuser wurden im Strukturierten Dialog des Vorjahres um eine Stellungnahme gebeten. Bei 35 Abteilungen lag die Ursache in besonderen Einzelfällen, belegt durch Analyse der Krankenakte, fünf Krankenhäuser gaben Dokumentationsprobleme als Ursache der Auffälligkeit an. In der endgültigen Beurteilung wurden zehn Abteilungen als qualitativ auffällig eingestuft. 26 Krankenhäuser wurden als unauffällig eingestuft, aber zur Beobachtung im Folgejahr vorgemerkt.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Das Ergebnis spiegelt unverändert zum Vorjahr mit einer Azidose-Rate von 0,18% bei reifen Einlingen mit Nabelarterien-pH-Bestimmung eine gute Versorgungsqualität wieder.
Im Erfassungsjahr 2007 waren nach dem rechnerischen Algorithmus der BQS insgesamt 180 Kliniken mit mindestens 20 Fällen auffällig.
Für die Bewertung der Versorgung von Kindern mit niedrigem pH-Wert ist die gemeinsame Auswertung der Leistungsbereiche Geburtshilfe und Neo-natologie von großer Bedeutung, da die Ergebnisqualität für das weitere Schicksal der betroffenen Kinder besser überprüft werden kann.