Qualitätsziel
Selten 5-Minuten-Apgar unter 5 und metabolische Azidose mit pH-Wert unter 7 oder Base Excess unter -16 bei Reifgeborenen
Hintergrund des Qualitätsindikators
Dieser Indikator erfasst, wie häufig bei reif geborenen Kindern niedrige Apgar-Scores und Azidosen festgestellt werden, die auf problematische Geburtsverläufe hinweisen können. Bei reif geborenen Kindern sollten diese Symptome nur sehr selten auftreten. Jeder einzelne dieser Fälle bedarf daher einer individuellen Analyse, um gegebenenfalls Verbesserungspotenzial im Management des Geburtsverlaufs zu erkennen.
Beim Apgar-Index handelt es sich um einen einfach zu erhebenden Score, der den klinischen Zustand des Kindes abbildet. Niedrige Werte korrelieren mit höherer Morbidität und Mortalität.
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
79 Krankenhäuser wurden für das Vorjahr um eine Stellungnahme gebeten. Von 54 Abteilungen wurden als Ursache für die Auffälligkeit besondere Einzelfälle angeführt, belegt durch Analyse der Krankenakten. In der endgültigen Beurteilung wurden sechs Abteilungen als qualitativ auffällig eingestuft.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Bei der von diesem Indikator erfassten Kombination von Befunden ist von einem kritischen Zustand des Neugeborenen auszugehen, der ein erhöhtes Risiko für bleibende Schäden birgt.
Mit insgesamt 171 von 590.156 Fällen liegt die Gesamtrate des kritischen Outcomes bei Reifgeborenen 2007 geringfügig über dem Vorjahreswert (140 Fälle). Die kritischen Fälle sind in 149 Krankenhäusern aufgetreten. Die BQS-Fachgruppe sieht für diesen Indikator Handlungsbedarf in der Klärung der Auffälligkeiten durch den Strukturierten Dialog mit den Krankenhäusern.
Auswertungen des im Jahr 2006 durchgeführten Datenvalidierungsverfahrens erbrachten keine Hinweise darauf, dass die Messwerte nicht korrekt von der Krankenakte in den Erfassungsbogen übertragen wurden. Daher ist für diesen Indikator von einer zufriedenstellenden Versorgungssituation auszugehen.
Auch für diesen Indikator gilt, dass die Ergebnisqualität für die betroffenen Kinder durch die Zusammenführung der Auswertung der geburtshilflichen und neonatologischen Datensätze besser erfasst werden kann.