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Qualitätsziel

Indikation bei Ovareingriffen: Follikel- bzw. Corpus-luteum-Zyste oder histologischer Normalbefund als führender histologischer Befund

Möglichst wenige Patientinnen mit isolierten Ovareingriffen und fehlender postoperativer Histologie oder Follikel- oder Corpus-luteum-Zyste oder Normal­befund als führender histologischer Befund

Hintergrund des Qualitätsindikators

Funktionszysten sind häufige Zufallsbefunde. Eine Abgrenzung zu echten benignen und malignen Neoplasien bereitet gelegentlich Schwierigkeiten. Eine Implementierung des von Osmers (1996) vorgeschlagenen Manage­ments von einfachen Ovarialzysten soll zu einem Anteil von maximal 15% an operierten Funktionszysten führen, bei gleichzeitiger Minimierung des Risikos für „verschleppte“ Malignome. Außerdem muss jedem Ovareingriff zwingend und ausnahmslos eine histologische Untersuchung des entfernten Gewebes folgen.

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006

Aus 15 Bundesländern wurden 244 rechnerisch auffällige Krankenhäuser gemeldet. 73 erhielten einen Hinweis, während 171 um eine Stellung­nahme gebeten wurden. 72 dieser Krankenhäuser (42%) gaben als Begründung für das abweichende Ergebnis unvermeidbare Einzelfälle an. Etwa jedes fünfte Krankenhaus sah die Ursache in Dokumentations­problemen. Bei der abschließenden Einstufung durch die Landesgeschäfts­stellen wurden acht Krankenhäuser (5%) als qualitativ auffällig klassifiziert, davon ein Krankenhaus zum wiederholten Mal. Von den als unauffällig eingestuften Krankenhäusern werden 54 im Folgejahr beobachtet.

Bewertung der Ergebnisse 2007

Dieser Qualitätsindikator zeigt weiterhin eine Tendenz zur Verbesserung (2006: 21,1%; 2005: 23,1%; 2004: 22,2%; 2003: 22,4%), da die Gesamt­rate von 19,7% erstmals seit fünf Jahren innerhalb des festgelegten Referenz­bereichs von höchstens 20% lag. Trotzdem überschreiten 176 (41,2%) von 427 Krankenhäusern mit mehr als 20 Fällen den festgelegten Referenzwert. Bei diesen Krankenhäusern wird weiterhin Verbesse­rungs­potenzial gesehen.

Die BQS-Fachgruppe deutet diese positive Entwicklung als Ergebnis einer verstärkten Thematisierung des erkannten qualitativen Versorgungsdefizites sowohl im Strukturierten Dialog der Länder als auch auf Ebene der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und bei Veranstaltungen wie der Münchner Konferenz für Qualitätssicherung in der Geburtshilfe, Neonatologie, operative Gynäkologie. Die Entwicklung von Leitlinien und deren Implementierung in den klinischen Alltag sieht die BQS-Fachgruppe als besonders geeignet an, um eine weitere Verbesserung der Ergebnisse zu erreichen.

Die Spannweite der Krankenhausergebnisse lag zwischen 0,0 und 66,7% und wird weiterhin als zu hoch bewertet. Beim Vergleich der Ergebnisse der vergangenen drei Jahre (2006: 0,0 bis 59,4%; 2005: 0,0 bis 70,0%) kann keine Verbesserung konstatiert werden. Insgesamt schätzt die BQS-Fach­gruppe die Versorgungssituation als verbesserungsfähig ein und betont, dass trotz der erzielten Verbesserung bei der Gesamtrate weiterhin Ver­sorgungs­defizite bestehen.