Qualitätsziel
Möglichst viele Patientinnen mit Antibiotikaprophylaxe bei Hysterektomie
Hintergrund des Qualitätsindikators
In der Gynäkologie stehen Wundinfektionen nach den Harnwegsinfektionen an zweiter Stelle der Häufigkeit nosokomialer Infektionen. Wundinfektionen stellen eine hohe physische und psychische Belastung dar und verursachen zudem sowohl direkte als auch indirekte Kosten (Evaldson et al. 1992). Mittendorf et al. (1993) stellten in einer Metaanalyse fest, dass Wundinfektionen nach abdominaler Hysterektomie durch Antibiotikaprophylaxe signifikant um etwa 12% reduziert werden können.
Eine Reduktion von Wundinfektionsraten wurde auch für den vaginalen Zugang nachgewiesen (Boodt et al. 1990, Dhar et al. 1993, Mickal et al. 1980, Löfgren et al. 2004).
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Für diesen Qualitätsindikator wurde der Strukturierte Dialog in 14 Bundesländern durchgeführt. Um eine Stellungnahme wurden 123 Krankenhäuser gebeten, von diesen gaben 56 Dokumentationsprobleme als Ursache für die numerische Auffälligkeit an. Nach Abschluss des Strukturierten Dialogs bewerteten die zuständigen Landesgeschäftsstellen 37 Krankenhäuser als qualitativ auffällig. Insbesondere ist herauszustellen, dass zehn dieser Krankenhäuser zum wiederholten Mal als auffällig eingestuft wurden. Außerdem werden 62 als unauffällig klassifizierte Krankenhäuser im Folgejahr beobachtet.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Das erreichte Gesamtergebnis von 92,7% lässt auf eine insgesamt gute Versorgungsqualität schließen. Auch im Jahr 2007 wurde der positive Trend in der Entwicklung des Gesamtergebnisses der Jahre 2003 bis 2006 fortgeführt (2006: 90,0%; 2005: 85,8%; 2004: 82,0% und 2003: 80,8%). Die zunehmende Implementierung nationaler und internationaler Leitlinien in den klinischen Alltag sieht die BQS-Fachgruppe als Ergebnis eines konsequenten Strukturierten Dialogs der Länder. Eine Steigerung des Gesamtergebnisses sollte weiterhin angestrebt werden, da bei einer großen Anzahl von Krankenhäusern noch Verbesserungspotenzial vorhanden ist.
Auch im Jahr 2007 lag die Spannweite der Ergebnisse bei Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen zwischen 0,0 und 100,0%. Dieses Ergebnis ist identisch mit den Werten der Jahre 2003 bis 2006. Die Ergebnisse von 187 Krankenhäusern erreichten nicht den festgelegten Referenzbereich von mindestens 90%. Mit diesen Krankenhäusern müssen die auffälligen Ergebnisse im Rahmen des Strukturierten Dialogs diskutiert und gegebenenfalls Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgungsqualität vereinbart werden.