Qualitätsziel
Möglichst viele Patientinnen mit medikamentöser Thromboseprophylaxe bei Hysterektomie
Hintergrund des Qualitätsindikators
Thrombosen und Lungenembolien sind mit einem erhöhten Letalitätsrisiko behaftet. In entwickelten Ländern gehören Lungenembolien zu den häufigsten Todesursachen im Krankenhaus. Arzneimittel zur wirksamen perioperativen medikamentösen Thromboseprophylaxe stehen zur Verfügung, unter anderem das unfraktionierte Heparin bzw. niedermolekulare Heparine. Beide führen bei Patientinnen mit einem mittleren Thromboserisiko zu einer erheblichen Reduktion der tiefen Beinvenenthrombosen. Auch Lungenembolien treten signifikant seltener auf (Encke et al. 2003). Die alleinige Verabreichung von Acetylsalicylsäure zur perioperativen Thromboseprophylaxe wird für Patientinnen aller Risikogruppen abgelehnt (Evidenzgrad 1a; Geerts et al. 2004).
Trotz dieser Erkenntnisse ist eine hohe regionale Variabilität für die Heparinprophylaxe nachgewiesen worden (Nicolaides et al. 2006). Speziell nach gynäkologischen Operationen wird bei Verzicht auf prophylaktische Maßnahmen bei gutartiger Grunderkrankung von einer Thrombosehäufigkeit von 14% (95%-Vertrauensbereich 11 bis 17%) ausgegangen (Nicolaides et al. 2006). Da die Empfehlungen in den Leitlinien auf der Basis von Metaanalysen entwickelt wurden, wird für diesen Indikator ein Evidenzgrad Ia (AHCPR) erreicht.
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
In 15 von 16 Bundesländern wurde der Strukturierte Dialog zu diesem Qualitätsindikator geführt. Von den 26 rechnerisch als auffällig gemeldeten Krankenhäusern erhielten drei einen Hinweis und 23 Krankenhäuser wurden um eine Stellungnahme gebeten. Die überwiegende Mehrzahl der Krankenhäuser begründete das abweichende Ergebnis mit Dokumentationsproblemen. Nach Abschluss des Strukturierten Dialogs wurden sechs Krankenhäuser (26%) von den zuständigen Landesgeschäftsstellen als qualitativ auffällig eingestuft, drei davon zum wiederholten Mal. Die Ergebnisse weiterer 16 Krankenhäuser sollen im Folgejahr beobachtet werden.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Eine Hysterektomie wurde bei 152.282 Patientinnen durchgeführt. 138.390 Patientinnen waren mindestens 40 Jahre alt. Von diesen erhielten 99,0% eine medikamentöse Thromboseprophylaxe, um Komplikationen wie Lungenembolie bzw. tiefe Beinvenenthrombose vorzubeugen. Die BQS-Fachgruppe wertet dieses Ergebnis als Ausdruck einer insgesamt sehr guten Versorgungsqualität. Ein Vergleich mit den Ergebnissen der Vorjahre, die alle zwischen 98 und 99% lagen, zeigt, dass insgesamt eine gute und stabile Versorgungssituation im Verlauf der letzten fünf Jahre konstatiert werden kann.
Die Spannweite der Krankenhausergebnisse bei Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen in dieser Grundgesamtheit lag zwischen 51,8 und 100,0%. Die positive Entwicklung dieser Werte, die in den Jahren 2003 bis 2006 (2006: 52,9 bis 100,0%; 2005: 28,6 bis 100,0%; 2004: 2,1 bis 100,0%; 2003: 0,0 bis 100,0%) festgestellt werden konnte, wurde für das Jahr 2007 nicht fortgesetzt. Allerdings erreichten nur 38 Krankenhäuser mit mindestens 20 Fällen nicht den festgelegten Referenzwert von mindestens 95%. Dies entspricht einem Anteil von 4,1%. Die BQS-Fachgruppe empfiehlt weiterhin einen konsequenten Dialog mit den rechnerisch auffälligen Krankenhäusern.