Qualitätsziel
Möglichst wenige peri- bzw. postoperative Komplikationen
Hintergrund des Qualitätsindikators
Bei den perioperativen Komplikationen der Herzschrittmachertherapie
stehen Arrhythmien, Pneumo- bzw. Hämatothorax, Embolie und Perforation von Gefäßen und Myokard im Vordergrund (Vlay 2002). Ein Pneumothorax kann auch verzögert bis zu 48 Stunden später auftreten.
Zu den postoperativen Komplikationen zählen vor allem Infektionen und Fehlfunktionen von Elektroden oder Aggregaten. Fehlfunktionen der Sonden traten z.B. durch Sondendislokationen oder -fehllagen bzw. Reizschwellenanstiege oder Sensing-Defekte auf.
Auch langfristig (Monate bis Jahre nach dem Eingriff) kann es zu Sondenfrakturen, -dislokationen, und -isolationsdefekten bzw. zu Reizschwellenanstiegen kommen. Die Elektrodenkabel können Ursache septischer oder embolischer Komplikationen sein. Verschiedene technische Störungen können zu Fehlfunktion des Schrittmacheraggregats führen.
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Im Strukturierten Dialog 2007 zum Erfassungsjahr 2006 wurden insgesamt neun Krankenhäuser angeschrieben. Nach Abschluss des Strukturierten Dialogs war kein Krankenhaus qualitativ auffällig, dreimal wird im Folgejahr erneut kontrolliert.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Die Sondendislokation ist eine Komplikation, die mit der Operationstechnik im Zusammenhang steht. Dies gilt besonders für Sondenrevisionseingriffe. Die Dislokationsrate eignet sich daher als Ergebnisindikator.
Die Rate der Dislokationen von revidierten Ventrikelsonden (0,7%) ist gegenüber 2006 (1,2%) gesunken. Diese Entwicklung ist aus Sicht der BQS-Fachgruppe erfreulich. Zu bedenken ist allerdings, dass ohne längere Nachverfolgung (Follow-up) später auftretende Komplikationen in vielen Fällen nicht erfasst werden.