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Qualitätsziel

Leitlinienkonforme Systemwahl bei bradykarden Herzrhythmusstörungen

Möglichst oft leitlinienkonforme Wahl eines Herzschrittmachers bei bradykarden Herzrhythmusstörungen

Hintergrund des Qualitätsindikators

Bei der Auswahl des Schrittmachersystems lassen sich vor allem zwei Stimulationskonzepte unterscheiden: Die ventrikuläre Stimulation mit einer Sonde im rechten Ventrikel (VVI-Modus) und die vorhofbeteiligte sogenannte physiologische Stimulation (auch „AV-sequentiell“ genannt) mit Sonden im rechten Vorhof (AAI) oder im rechten Vorhof und Ventrikel (DDD- oder VDD-Modus).

Pathophysiologische Untersuchungen zeigen, dass bei ventrikulärer Stimulation myozelluläre Veränderungen (Remodelling) vor allem im linken Ventrikel auftreten. Durch Umbauvorgänge im Herzmuskel kann es zur Einschränkung der Pumpfunktion des Herzens kommen (van Oosterhout et al. 1998, Karpawich et al. 1999, Tantengco et al. 2001, Fröhlig 2004). Unter hämodynamischen Aspekten ist somit eine vorhofbeteiligte AV-sequentielle Schrittmacherstimulation eher zu bevorzugen, da die Pumpleistung des Herzens hierbei in Ruhe und bei Belastung höher ist als bei rein ventrikulärer Stimulation. Die Leitlinie (Lemke et al. 2005) gibt differenzierte Empfeh­lungen zur Systemwahl in Abhängigkeit von der Rhythmusstörung.

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006

Im strukturierten Dialog des Vorjahres wurden von 146 numerisch auffälligen Krankenhäusern nur vier Krankenhäuser (4%) als qualitativ auffällig eingestuft. Allerdings erfolgt 66-mal eine gezielte Beobachtung von Krankenhäusern im Folgejahr.

Bewertung der Ergebnisse 2007

Die Gesamtrate lag 2007 mit 93,9% oberhalb des Referenzbereichs (≥90%). Eine Analyse der nach dem Algorithmus der Leitlinie nicht indizierten Fälle zeigte, dass es sich häufig um schwer kranke Patienten handelte und somit die von der Leitlinie abweichende Systemwahl ggf. häufig klinisch begründbar war. Insgesamt ist das Ergebnis als Ausdruck guter Versorgungsqualität zu bewerten.