Qualitätsziel
Möglichst wenige peri- bzw. postoperative Komplikationen
Hintergrund des Qualitätsindikators
Bei den perioperativen Komplikationen bei Herzschrittmachertherapie stehen im Vordergrund: Arrhythmien, Verletzungen (Perforationen) von Gefäßen und Herzmuskel, Pneumo- bzw. Hämatothorax und Embolien. Ein Pneumothorax kann auch verzögert auftreten.
Zu den postoperativen Komplikationen zählen vor allem Infektionen und Fehlfunktionen von Elektroden oder des Aggregats. Fehlfunktionen der Sonden sind z.B. Sondendislokationen oder -fehllagen sowie Reizschwellenanstiege und Wahrnehmungsdefekte.
Nach Überzeugung der BQS-Fachgruppe ist insbesondere die Sondendislokationsrate eine Komplikation, die mit der Technik des Eingriffs im Zusammenhang steht. Sie eignet sich daher besonders als Ergebnisindikator.
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Im Strukturierten Dialog 2007 zum Erfassungsjahr 2006 war bei 82 statistisch auffälligen Krankenhäusern lediglich eine qualitative Auffälligkeit nach Abschluss des Strukturierten Dialogs zu verzeichnen. Bei 41 Krankenhäusern erfolgt eine gezielte Nachbeobachtung im Folgejahr.
Bewertung der Ergebnisse 2006
Die Dislokationsraten für Ventrikelsonden sind 2007 ähnlich niedrig (1,2%) wie im Vorjahr (1,1%). Grundsätzlich kann dies als Zeichen einer guten Versorgungsqualität interpretiert werden. Im internationalen Vergleich sind diese Komplikationsraten aber erstaunlich niedrig. Die BQS-Fachgruppe Herzschrittmacher empfiehlt die Aufnahme des Herzschrittmacherverfahrens in die Datenvalidierung, um zu überprüfen, ob hier möglicherweise eine Unterberichterstattung vorliegt.