Qualitätsziel
Möglichst geringe In-Hospital-Letalität
Hintergrund des Qualitätsindikators
Die Angabe der Sterblichkeit gehört zum Standard in der wissenschaftlichen Literatur zur Herztransplantation. Sie stellt das härteste Outcome-Kriterium nach Herztransplantationen dar.
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Im Strukturierten Dialog 2007 wurden sechs Krankenhäuser um Stellungnahme zu ihren im Erfassungsjahr 2006 auffälligen Ergebnissen gebeten. Drei Krankenhäuser haben ihre auffällige In-Hospital-Letalität anhand detaillierter Fallbeschreibungen für die BQS-Fachgruppe Herz- und Lungentransplantation nachvollziehbar mit dem Risikoprofil der verstorbenen Patienten begründet. Drei Krankenhäuser haben nach interner Analyse konkrete Veränderungen hinsichtlich der Indikationsstellung zur Transplantation, des intensivmedizinischen Managements und der immunsuppressiven Therapie angekündigt. Nur ein Krankenhaus lag mit seiner Krankenhaussterblichkeit im Erfassungsjahr 2007 erneut im auffälligen Bereich. Mit diesem Krankenhaus wird eine vertiefende Analyse seiner Ergebnisse erfolgen.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Bei der Bewertung der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass die Anzahl der bei der Organvermittlungsstelle Eurotransplant im Jahr 2007 registrierten Herztransplantationen mit 376 deutlich über der Anzahl der im BQS-Verfahren 318 dokumentationspflichtigen Herztransplantationen liegt. Die Ursache hierfür liegt darin, dass den Bezugspunkt für die BQS-Sollstatistik der stationäre Krankenhausaufenthalt im Jahr 2007 darstellt, während bei Eurotransplant die Zuordnung zu einem Erfassungsjahr unabhängig von der Dauer des stationären Aufenthaltes anhand des Transplantationsdatums erfolgt. Mit Beginn des Erfassungsjahres 2008 wurde diese Systematik umgestellt, so dass zukünftig alle Herztransplantationen einbezogen und anhand des Transplantationsdatums ausgewertet werden können.
Im Vergleich zu 2006 ist ein Anstieg der Krankenhaussterblichkeitsrate um 4,5% zu beobachten. Die Ursachen hierfür sind zunächst unklar, da sich das aktuell im Datensatz Herztransplantation abgebildete Risikoprofil der transplantierten Patienten im Vergleich zu 2006 nicht wesentlich verändert hat. Weitere mögliche Einflussgrößen sind die Dringlichkeit der Transplantation und die Zeitspanne, die ein Patient mit hoher Dringlichkeit auf der Warteliste zur Transplantation verbracht hat. Eine detaillierte Analyse der Krankenhaussterblichkeit anhand der für das BQS-Verfahren erhobenen Daten allein ist daher nach Einschätzung der BQS-Fachgruppe Herz- und Lungentransplantation nur sehr eingeschränkt möglich.
Wünschenswert ist aus Sicht der BQS-Fachgruppe eine Intensivierung des Dialoges der am Transplantationsprozess beteiligten Institutionen. Auf diese Weise könnten nach Einschätzung der BQS-Fachgruppe Informationen bereitgestellt werden, die die kontinuierliche Weiterentwicklung eines abgestimmten Gesamtkonzeptes zur Versorgungsqualität im Bereich Herztransplantation ermöglichen.
Acht Krankenhäuser verzeichneten im Erfassungsjahr 2007 eine auffällige Krankenhaussterblichkeit von über 30% und werden im Strukturierten Dialog um Stellungnahme gebeten.